Totenmesse und Tragödie

Britten: War Requiem Basel / Theater

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Kirchenbänke vor, Kirchenbänke auf der Bühne. Dazwischen der Graben mit dem großen Orchester. Die Gemeinde zunächst mit dem Rücken zum Parkett. Ganz hinten der Kinderchor. Am rechten Rand errichtete die Bühnenbildnerin Susanne Gschwender ein haushohes Metallgerüst: viel Gestänge, dazu Stiegen und Podeste und das Kammerorchester auf der ersten Etage. Den Szenenabschluss bildet eine gigantische gotische Glasfensterwand. Sie wird irgendwann herunterrauschen – und das Nein zu einer christlichen Weltsicht signalisieren. Wir wohnen der Erinnerung an einen Krieg bei.

Die Basler Oper visualisiert das «War Requiem» des im November hundertjährigen Benjamin Britten.

Inszeniert hat Calixto Bieito, in der nächsten Spielzeit spartenübergreifender Artist in residence des Hauses. Für seine Verhältnisse übt er sich hier in großer Zurückhaltung. Nur einmal, wenn eine verzweifelte, verwirrte junge Mutter irren Blicks ihr Baby zerschmettert, fließt das sonst bei Bieito allgegenwärtige Blut. Vielleicht sollte man auch nicht von einer Inszenierung sprechen, sondern von einer Bebilderung, genauer: einer tragödienhaften Illustration der zur Wiedereröffnung der von den Deutschen zerstörten Kathedrale von ...

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Opernwelt Juli 2013
Rubrik: Panorama, Seite 39
von Heinz W. Koch

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