Yes, she can
Das ging den New Yorker Verlegern und Broadway-Produzenten dann doch etwas zu weit: Ein Neger will eine Oper schreiben! Sicher, 1911 war Scott Joplin ein national bekannter Pianist, der «King of Ragtime», der mit «The Entertainer» oder dem «Maple Leaf Rag» echte Hits gelandet hatte – doch für den Vorstoß eines Farbigen ins seriöse Musiktheater-Genre war die Zeit einfach noch nicht reif. Nichtsdestotrotz hielt Joplin an seinem Traum fest, ließ einen Klavierauszug auf eigene Kosten drucken, organisierte eine Privataufführung in Harlem.
Dennoch fand sich kein Finanzier für «Treemonisha», bis der Komponist 1917 an der Syphilis starb. Erst als der Kinofilm «Der Coup» mit Robert Redford und Paul Newman den Ragtime ins öffentliche Bewusstsein zurückkatapultierte, kam es 1975 zur szenischen Uraufführung an der Houston Grand Opera.
Die Fachwelt staunte: 24 Jahre vor «Porgy and Bess» wurden hier bereits die Lebensbedingungen der Afroamerikaner in den USA thematisiert. Anders als Gershwins Meisterwerk spielt Joplins Oper nicht in einem städtischen Slum, sondern auf dem Land, doch auch hier geht es um Aberglauben und falsche Hoffnungen, um Assimilation und schwarzes Selbstbewusstsein. Und in ...
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