Bibbern, Beten und andere Seelentöne
Auf der Grundlage einer privaten Sammlung historischer Gesangsaufnahmen hat Hänssler CLASSIC jetzt eine neue Reihe unter dem simplen, aber zutreffenden Titel «Living Voices» gestartet. Auf den ersten Blick erscheint die Auswahl der Sänger nicht besonders interessant, handelt es sich doch fast durchweg um die ganz großen Namen, die auf CD auch anderswo schon ausreichend repräsentiert sind.
Doch bei näherem Hinsehen findet auch der systematische Sammler hier noch manches zu entdecken, und da das Klangbild befriedigend ist und die Booklets (überwiegend von Thomas Voigt) sachkundig geschrieben sind, darf man die Reihe als eine Belebung des Historical-Marktes begrüßen.
Zum Beispiel stellt das Recital mit Maria Cebotari (1910-1949) eine sinnvolle Ergänzung zu dem bei Preiser erschienenen Doppelalbum dar (PR 90511), mit dem es nur einen einzigen Titel (den Ariadne-Monolog unter Karajan) gemeinsam hat. Hänssler verbindet frühe Aufnahmen (das «Bohème»-Duett mit Marcel Wittrisch entstand ein Jahr nach dem Debüt der Sängerin) mit den ganz späten, kurz vor ihrem Tode entstandenen: Die beiden Butterfly-Arien, Gretchens Juwelenarie und «Dove sono», nun alles in Originalsprache gesungen. Puccini ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Das Lächeln der Mona Lisa, schon mehr als einmal hat man ihm erotische Motive unterstellt. So auch in Max von Schillings’ einstiger Erfolgsoper «Mona Lisa», die das Staatstheater Braunschweig in mustergültiger musikalischer Interpretation wieder hervorholte. Bewusst wurde der Nazi-Günstling hier in die Reihe der als «entartet» verstoßenen Komponisten von Korngold...
Wer Carlo Maria Giulini nie auf einer Probe erlebt hat, kann das per DVD nachholen. Bei Arthaus ist ein Mitschnitt seiner Arbeit an Bruckners Neunter mit dem Orchester des SWR erschienen. Man sieht den Maestro in seiner Spätphase. Dreiundachtzig ist er, ganz Grandseigneur natürlich, groß, schlank, der Musik inbrünstig hingegeben. Was die Probentechnik betrifft,...
Giacomo Meyerbeers Opern scheinen zögernd zwar, aber kontinuierlich den Weg ins Repertoire zurückzufinden. Nach der «Margherita d’Anjou» auf CD (Opera rara) und konzertant in Leipzig, nach der «Africaine» in Straßburg und den «Huguenots» in Metz, noch vor der «Semiramide riconosciuta» in Bad Wildbad, brachte das kleine Opernhaus im belgischen Liège eine...
