Rundum sorglos
Opernhäuser sind – zumindest in Deutschland – vom Staat hoch subventionierte Wirtschaftsbetriebe. Natürlich fließt hier als Umwegrentabilität durch die Ausgaben der Beschäftigten, der Gastkünstler und vor allem der Besucher ein Vielfaches an die Geldgeber zurück. Doch selbst ein so erfolgreiches Haus wie die Bayerische Staatsoper schafft kaum mehr als 30 Prozent seines Budgets als Einnahmeneigenleistung. Jeder Platz muss allabendlich mit bis zu mehreren hundert Euro unterstützt werden.
Von diesen Subventionen, die nur ein kleiner, aber einflussreicher Bruchteil der Gesellschaft nutzt, geht ein erklecklicher Bestandteil wiederum in die Taschen der Privatwirtschaft in Form von Vermittlungsgebühren an die Agenten, die dem Opernbetrieb sein wichtigstes Material liefern: Sänger, Dirigenten und seit einiger Zeit auch Produktionsteams.
Transparenz herrscht in diesem Bereich kaum, auch scheint die Branche das nicht einzufordern. Kaum ein Journalist interessiert sich für den Tagesbetrieb eines Opernhauses, insbesondere sein Herzstück: das Betriebs- und Castingbüro. Soweit der Einfluss der Deutschen Opernkonferenz reicht, gibt es zwar die immer wieder gern beschworene Gagenhöchstgrenze von ...
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Ein Sensationserfolg. Als Bruno Walter im Dezember 1920 Walter Braunfels’ Aristophanes-Oper «Die Vögel» dirigierte, ahnte niemand, dass allein die Münchner Uraufführungsproduktion innerhalb von zwei Jahren 50-mal auf dem Spielplan stehen würde. Kein Wunder, dass das Stück ganz oben auf der Liste von Musikern steht, die sich für die Wiederentdeckung und...
Klaus Bachler lud, wen wundert’s, zum Auftakt seiner Münchner Intendanz gleich drei Sprechtheater-Regisseure ein, sich an der Oper zu versuchen. Einmal ging das gut (beim «Wozzeck» von Andreas Kriegenburg), einmal gründlich daneben (Christian Stückls knallbunte Sicht auf Pfitzners «Palestrina»). Jetzt durfte die Schweizerin Barbara Frey Janáceks «Jenufa» in Szene...
Sie kommt in Badelatschen daher. Von Kriegswirren keine Spur. Genüsslich beginnt sie sich zurechtzumachen. Duftendes auf die Beine, Feinstrümpfe darüber, Lippenstift, zuletzt noch ein Paar Ohrklunker. Dalila, die Philisterin, erwartet ihren Feind, Samson, den Hebräer, zum Rendezvous der Rache. Im Schlafzimmer ist Dalila Herrin über Lust und Verderben. Doch Samson...
