Aus freien Stücken

Während der Probe lässt er die Dinge oft laufen. Während der Aufführung sitzen die Musiker dann auf der Stuhlkante. Auch bei «Fidelio» war das wieder so. Worin besteht die Magie des (Opern-)Dirigenten Claudio Abbado? Uwe Friedrich hat drei Mitglieder des Mahler Chamber Orchestra nach ihren Erfahrungen gefragt.

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Aufeinander hören

Henja Semmler (Violine)

Ich war schon sehr früh im Gustav-Mahler-Jugendorchester und bin in die Gründergene­ration des Gustav-Mahler-Chamber-Orchestra reingerutscht, obwohl ich damals eigentlich zu jung war. Ich habe mich sehr gefreut, dass wir auf professioneller Ebene und ohne Altersbeschränkung miteinander Musik machen konnten. Wir sind eher ein größeres, flexibles Kammerorchester, das einmal im Jahr für das Lucerne Festival aufgestockt wird zum großen Symphonieorchester.

Schon die Tatsache, dass es bei uns keine «Orchesterdienste» gibt und wir uns die Projekte aussuchen können, macht einen gewissen Unterschied zu «normalen» Orchestern aus. Es ist uns sehr wichtig, den Enthusiasmus eines Jugendorchesters beizubehalten, gleichzeitig hoffen wir natürlich, dass wir doch an Professionalität hinzugewonnen haben. Es sind noch sehr viele Mitglieder aus der Gründungsphase dabei, und es ist uns wichtig, die Anfänge in Erinnerung zu behalten. Claudio Abbado war uns immer sehr verbunden. Er hat uns bei der Gründung geholfen, hat viele Projekte mit uns gemacht und ist unser Mentor. Nach wie vor sind wir eines der wenigen Orchester, mit denen er regelmäßig arbeitet. Darüber ...

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Opernwelt Jahrbuch 2008
Rubrik: Dirigent des Jahres, Seite 56
von Uwe Friedrich

Vergriffen
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