Todesgemeinschaft
Einundachtzig Jahre nach ihrer Uraufführung im Januar 1927 hat die Dresdner Semper-Oper Othmar Schoecks Kleist-Oper «Penthesilea» erneut auf den Spielplan gesetzt und damit nach der Basler Produktion vom vergangenen November (siehe OW 12/2007) ein weiteres Mal die Lebensfähigkeit des selten gespielten Werkes bewiesen.
In seiner strengen Inszenierung hat Günter Krämer sich weit stärker als Hans Neuenfels in Basel auf die Liebestragödie von Penthesilea und Achilles konzentriert, die sich auf dem Schlachtfeld begegnen, die Urfeindschaft der Geschlechter nicht überwinden können und nur in der Todesgemeinschaft zueinander finden. Krämer setzt dabei auf einfache, aber wirkungsvolle optische Kontraste. Jürgen Bäckmann hat ihm auf die leere Bühne ein großes, flaches Podest gesetzt, auf dem eingangs die kriegerischen Auseinandersetzungen der Amazonen und der Griechen stattfinden. Nach der Niederlage Penthesileas durch Achilles hebt sich das Podest in die Vertikale und präsentiert frontal die beiden wie in einem Netz gefangenen Protagonisten, die sich langsam von der jetzt goldschimmernden Spiegelwand abseilen. Später schließt Bäckmann den Raum durch einen schwarzen Vorhang, so dass sich ...
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Das Erlanger Markgrafentheater realisiert alljährlich ein Gemeinschaftsprojekt mit dem Staatstheater Nürnberg und der Musikhochschule Nürnberg-Augsburg. Das Repertoire ist zumeist barock, die Musiker sind vorwiegend jung, inszenatorisch geht es eher heiter zu. Nach Purcell und Gluck widmete man sich in diesem Jahr einer bis jetzt in den Archiven schlummernden...
Seit Anfang des Jahres fixierten in der Londoner Untergrundbahn zwei auffällige Augenpaare eilige Hauptstädter und schlenzende Touristen: zwei Bilder, zwei Mädchen, kaum Frauen schon. Eine Lolita, mit lasziv halb geschlossenen Augen, vollroten Lippen machte herausfordernd Werbung für die neue «Salome» an der Royal Opera; ein selbstbewusst-traurig den Betrachter...
