Alles in Originallage
Der Chef des Théâtre des Champs-Elysées hat im Grunde nur zwei Möglichkeiten, sein Haus in der Opernlandschaft der französischen Hauptstadt zu profilieren: entweder durch Werke, die es hier sonst nicht zu hören gibt, oder mit einer szenisch bzw. musikalisch besonderen Wiedergabe von Repertoirestücken. Mit Donizettis «Maria Stuarda» hat Michel Franck den ersten Weg eingeschlagen – vollszenisch spielt der italienische Belcanto auf den Pariser Spielplänen kaum eine Rolle.
Donizettis Tudor-Trilogie etwa hat die Opéra national noch nie gezeigt: Hier kann das Théâtre des Champs-Elysées einen Trumpf ausspielen. Die bereits in London (siehe OW 9-10/2014), Barcelona und Warschau aufgeführte Produktion ist zwar nicht die stärkste Arbeit des Regie-Teams Patrice Caurier und Moshe Leiser. Musikalisch aber lohnte sich der Besuch. Daniele Callegari sorgte im Orchestergraben an der Spitze eines klangschön spielenden Orchestre de Chambre de Paris für subtile Schattierungen, was Donizettis oft allzu martialisch ausgelegter Partitur sehr zugute kam.
Seien wir ehrlich: Das Opernpublikum stellt sich bei Stücken wie diesem weder für die Regie noch für das Dirigat in die Schlange. Vielmehr werden Sänger ...
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Opernwelt August 2015
Rubrik: Panorama, Seite 46
von Christian Merlin
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56. Jahrgang, Nr 8
Opernwelt wird herausgegeben von
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Best.-Nr. 752281
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Redaktionsschluss dieser Ausgabe
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