Traumrolle David

Vierzig Jahre hat der Tenor Harald Neukirch auf der Bühne gestanden. Von der sächsischen Provinz führte der Weg nach Dresden, Bayreuth und Berlin. Dass ihm die große internationale Karriere verwehrt blieb, hatte vor allem einen Grund: den Mauerbau 1961. In diesem Monat feiert Harald Neukirch seinen 80. Geburtstag.

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Wie bringt man es vom Statisten eines Dresdner Operettentheaters zum Kammersänger der Berliner Staatsoper und zum Kunst- und Nationalpreisträger? Harald Neukirchs an künstlerischen Höhepunkten reiche Karriere gibt auf diese Frage eine Antwort: Neben dem Geschenk einer ausdrucksvoll timbrierten hohen Tenorstimme mit ihrer bis ins Alter hinein jugendlichen Ausstrahlung und einem natürlichen Spieltalent war es vor allem das planvoll-zielgerichtete Verfolgen seines einmal eingeschlagenen Weges, das ihn über Jahrzehnte hin zu einem der gefragtesten Sänger in der ehemaligen DDR gemacht hat.


Geboren 1928 im sächsischen Döbeln und aufgewachsen in Moritzburg, beginnt Harald Neukirch nach dem Abschluss der Volksschule mit einer Tischlerlehre in Dresden-Radebeul, aus der er im Alter von noch nicht siebzehn Jahren durch die politischen Ereignisse herausgerissen wird: Am 1. April 1945, kurz vor Ende des Zweiten Weltkriegs, zieht man ihn ein zum Militär, schickt ihn zuerst nach Berlin, dann an die Front. Nur wenige Tage vor Beendigung der Kampfhandlungen gerät er in Gefangenschaft und wird ins tiefste Russland verfrachtet, fünfhundert Kilometer hinter Mos­kau, wo er schwere Waldarbeit zu leisten ...

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Opernwelt August 2008
Rubrik: Retrospektive, Seite 68
von Gerhart Asche

Vergriffen
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