Erkundungen zwischen Geräusch und Stille
Durch die Stücke, die Jossi Wieler und Sergio Morabito für die Stuttgarter Staatsoper erarbeitet haben, zieht sich Religion wie ein roter Faden: die Dialektik von Glauben und Glauben lassen, Glaube und Begehren, Glaube und Vernunft, Glaube und Fanatismus, Glaube als privater und öffentlicher Passion. Glucks «Alceste» gehört in diese Reihe und Bellinis «Norma», Busonis «Doktor Faust» ebenso wie Schönbergs «Moses und Aron». Noch in dieser Spielzeit soll Halévys «La Juive» folgen. Und 2011 dann ein neues Stück mit dem Komponisten Mark Andre.
Als Pilotprojekt dazu verstand sich jetzt ein Abend mit dem Titel «Wunderzeichen», für den Sergio Morabito (erstmals) allein als Regisseur verantwortlich zeichnete.
Der Titelbegriff geht auf Goethe zurück und meint jenen Mann, der als erster großer deutscher Humanist gilt: Johannes Reuchlin, 1455 in Pforzheim geboren, erarbeitete nicht nur das meistbenutzte lateinische Wörterbuch seiner Zeit, sondern setzte sich für griechischen Unterricht und Platons Lehre ein. Er sah auch das Judentum als Chance, publizierte eine hebräische Grammatik und versuchte die Anstöße der Kabbala in Europa zu vermitteln. Als um 1510 die Vernichtung jüdischer Bücher ...
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Im Juli 2005 auf der Bühne des Prinzregententheaters gezeigt, war Christoph Loys Produktion von Händels «Alcina» einer der größten Erfolge in der Geschichte der Münchner Opernfestspiele. Von einer «frappierenden Lebendigkeit und Frische, aber auch Innigkeit und Tiefe» des Bayerischen Staatsorchesters unter Ivor Bolton wusste «Opernwelt» (siehe OW 09-10/2005) zu...
Topografisch gesehen ist Sydney kaum zu übertreffen. Die Stadt an der Ostküste bietet alles, was das Herz urbaner Nomaden begehrt: das Flair einer dynamischen Metropole, deren himmelstürmende Business-Türme von einer boomenden Wirtschaft künden; den Reiz eines verdichteten Lebensraums am Wasser, das in Gestalt einer weitläufig verästelten Bucht tief ins Land...
Von Londons Bussen sagt man, sie kämen gern «threefold»: eine Zeit lang nichts, dann drei auf einmal. Ähnlich scheint es im Augenblick mit Massenets «Manon». Im Normalfall eher in den Nischen des Repertoires anzutreffen, machten in den letzten Monaten gleich drei verschiedene Produktionen Furore: die Andrej Serbans, die Gaunerwelt des Film Noir zitierend, an der...
