Plurale Identitäten
Bescheiden war Felix Weingartner, Edler von Münzberg, kaum – auch wenn er das «von» und damit den Hinweis auf seine adelige Herkunft schon bald aus dem Namen strich. Geboren wurde er 1863 in Dalmatien, rechnete sich zur stolzen k. u. k.-Elite. Er beschäftigte zeitlebens Dienstpersonal, fühlte sich, während das Kaiserreich gerade im Ersten Weltkrieg zerbrach, am Genfer See besonders wohl, heiratete fünf Frauen, von denen die letzte seine Enkelin hätte sein können.
Vor allem beglückte er die Welt mit seinen Werken, darunter zehn Opern (über Themen wie «Kain und Abel»), sieben Symphonien, weitere Orchesterwerke, Kammermusik. Nebenbei entstand über Jahrzehnte ein fünfteiliger Dramenzyklus für die Sprechbühne: «ein Festspiel in reiner Form», so die Selbsteinschätzung. Einem musenfernen Publikum wurde Weingartner als esoterisch angehauchter Schriftsteller bekannt, Musikfreunde dagegen verachteten ihn lange als den Mann, der Gustav Mahler an der Wiener Staatsoper nachfolgte und dessen Hinterlassenschaft als «zerrissenen Rock» bezeichnete. Weingartner war vieles: Komponist, Kapellmeister, Operndirektor, Pianist, Regisseur, Autor, Lehrer, Philosoph, Herausgeber, Bearbeiter. Aber wer und was ...
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Riccardo Muti, Herzog & Meuron, Prada... – was den Snob-Appeal betrifft, dürfte das für die Met-Erstaufführung von Verdis «Attila» zusammengekaufte Aufgebot schwerlich zu übertreffen sein. Die Befürchtung, die kapitale Promi-Riege habe sich an einem musikalischen Objekt abgearbeitet, das nicht weiter der Rede wert ist, löste sich jedoch schon während der ersten...
Herr Rousset, Sie stammen aus Avignon und sind in Aix-en-Provence aufgewachsen. In der Provence stößt man überall auf Monumente der Geschichte: Pont du Gard, Papstpalast, die römische Arena in Nîmes usw. Gibt es einen Zusammenhang zwischen der Gegenwart der Vergangenheit in diesen Städten und Ihrer Vorliebe für Alte Musik?
Das kann man wohl sagen. Als ich zur Schule...
Es gehört Mut dazu, eine Opernproduktion schon nach der ersten Bühnenprobe abzublasen, weil sich abzeichnet, dass das Konzept nicht trägt und überladen ist. So geschehen im letzten Herbst in Duisburg. Intendant Christoph Meyer hatte einen Stopp verordnet, weil David Hermanns Arbeit an Verdis «Rigoletto» zu viele offene Baustellen enthielt. Zu einer solchen Absage...
