«Ich bin instinktiv eine Imitatorin»
Frau von Otter, als eine der vielseitigsten Sängerinnen der Gegenwart haben Sie – außer Verismo – fast alles gesungen, was Ihr Stimmfach hergibt. Sie sind ehrgeizig!?
Ach was, überhaupt nicht. Ich wollte singen, irgendwas, und zwar immer wieder. Allerdings habe ich so eine merkwürdige Neugier in mir, eine Rastlosigkeit. Wenn ich spazierengehe, laufe ich auch immer neue Wege. So wie in Salzburg, wo ich wegen «The Exterminating Angel», der neuen Oper von Thomas Adès, zwei Monate verbracht habe: Ich hatte eine Wohnung am See und bin jeden Tag gewandert.
Ihre Stimme besaß stets einen natürlichen Rhythmus. Sie wirkten sehr geerdet. Waren Sie ein Naturtalent?
Nur Musikalität und Stimmfarbe waren da. Die Technik überhaupt nicht! Auch nicht das richtige Bild von meiner Stimme. Ich wollte gern ein hoher Sopran werden. Leider tat das im Hals weh. Ein anderes Problem war, dass ich mich für das Vibrato meiner Stimme schämte. Bei anderen fand ich es hässlich, bei mir selbst konnte ich es überhaupt nicht ertragen. Den Umgang damit habe ich erst lernen müssen. Auch jetzt setze ich Vibrato nur gezielt ein. Nein, ich war keine Naturbegabung.
Zwei Sängerinnen, zu denen Sie aufschauten, waren die ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Opernwelt November 2016
Rubrik: Interview, Seite 40
von Kai Luehrs-Kaiser
Obwohl Heliogabalus nur knapp vier Jahre Kaiser war und – nach allem, was wir wissen – kaum besser als seine Vorläufer und Nachfolger im zerfallenden römischen Reich, sorgt er bis heute bei Künstlern und Historikern immer wieder für Aufregung und Anregung. Er war eben nicht nur dekadent, sondern auch jung, schön und pervers. Größenwahnsinnig, korrupt und ein Mörder...
Impressum
57. Jahrgang, Nr 11
Opernwelt wird herausgegeben von
Der Theaterverlag – Friedrich Berlin
ISSN 0030-3690
Best.-Nr. 752294
Redaktion Opernwelt
Nestorstraße 8-9, 10709 Berlin
Tel.: +49(0)30/25 44 95 55
Fax: +49(0)30/25 44 95 12
E-Mail: redaktion@opernwelt.de
Redaktionsschluss dieser Ausgabe
war der 11.10.2016
Redaktion
Wiebke Roloff
Albrecht Thiemann (V. i. S. d....
Zwischen 1920 und 1940 war «Samson et Dalila» an der Pariser Opéra die am zweithäufigsten gespielte Oper – sie kam in der Statistik gleich nach Gounods «Faust». Doch Ruhm ist vergänglich, jedenfalls in der Rezeptionsgeschichte dieses Werks. Die letzte Neuproduktion liegt jetzt 25 Jahre zurück: Damals tat Pier Luigi Pizzi Camille Saint-Saëns’ Meisterwerk mit seiner...
