Modernes Märchen

Philippe Arlaud kocht in Bayreuth Wagners «Ring» auf einen Abend herunter

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Bayreuth für Anfänger? An einem Abend? Der «Ring», den das «deutsch-französische forum junger kunst» im Bayreuther «Zentrum» einen Tag vor der Eröffnung der Festspiele aufführte, ist gewiss keiner für Novizen. Die Fassung David Seamans erlebte 1990 ihre Premiere in der Nürnberger «Pocket Opera», aber ganz so klein ist diese Version denn doch nicht. Dreieinhalb Stunden Spieldauer, ein Orchester mit dreizehn Musikern: ein durchaus unniedliches Format.

Wenn das Orches­ter unter Nicolaus Richters Leitung das Walhall-­Motiv entfaltet, wenn im zweiten «Siegfried»-Akt der Drache auftritt und besiegt wird, wenn der Vergessenstrunk gereicht wird, wähnt man sich fast im Festspielhaus: So monumental oder deliziös entfaltet sich die Musik, der drei Hörner, eine Trompete und zwei Posaunen die Basis geben. Unter den Streichern findet sich keine Geige, ein Schlag­zeuger setzt den Rhythmus, das i-Tüpfelchen stellt die äußerst aparte Harfe dar: ein Klang zwischen Wagners Opulenz, Strauss’ «Ariadne»-Filigran und Weills verfremdender «Drei­gro­schen­­oper»-Rau­­heit.
Was aber bringt die rasante Schnitttechnik, mit der die Partitur, die «Ring»-Geschichte verkürzt wird? Das Problem dieser ...

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Opernwelt September/Oktober 2006
Rubrik: Magazin, Seite 52
von Frank Piontek

Vergriffen
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