Alte Bekannte
Die Wiederveröffentlichung von Ton- und Bildmaterial aus dem Katalog ist angesichts rückläufiger Umsätze für die großen Klassik-Labels zu einem wichtigen Geschäftszweig geworden. Kein Jubiläum, das nicht für die Zusammenstellung einer CD- oder DVD-Box genutzt würde. Der Griff ins Archiv kostet so gut wie nichts, und alte Einspielungen lassen sich, zumal in neuer Verpackung und technisch überarbeitet, gut vermarkten. Das gilt besonders für Operngesamtaufnahmen.
Nicht nur die Decca («The Opera Label») bringt seit geraumer Zeit preiswerte Ausgaben hochwertiger (Studio-)Produktionen aus den Beständen auf den Markt – zum Verdi-Jahr 2013 etwa konnte man ein stattliches Geburtstagspaket mit 75 CDs beisteuern («The Complete Works»).
Wenn die Deutsche Grammophon nun einen Würfel im Jugendstil-Look mit sämtlichen Opern von Richard Strauss herausgebracht hat, so begegnet man auch hier alten Bekannten wieder. Das Spektrum reicht von einem am 30. August 1952 entstandenen Live-Mitschnitt der «Liebe der Danae» aus Salzburg (Wiener Philharmoniker, Clemens Krauss; in der Titelpartie: Annelies Kupper) bis zu der im September und Dezember 2000 in der Dresdner Lukaskirche (gleichsam unter ...
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Opernwelt Juni 2014
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen, Seite 24
von Albrecht Thiemann
Am 2. Februar 1990 mittags saßen wir im Büro von Angelo Gobbato, dem Direktor der Capetown Opera, um ihn für «Opernwelt» zu interviewen. Und hörten Radio. Denn F. W. de Klerk, der damalige Staatspräsident Südafrikas, hielt jene historische Rede, in der er die Freilassung Nelson Mandelas, die Aufhebung des Verbots des Afrikanischen Nationalkongresses und das Ende...
Man könnte sich die Haare raufen: 1979 wurde in einem Auktionskatalog ein Albumblatt Verdis reproduziert, ohne dass dies irgendeinem Verdi-Forscher aufgefallen wäre – bis heute. So fehlt die Miniatur aus dem Jahr 1877 in allen Werkkatalogen, auch in dem 2013 erschienenen «Verdi Handbuch» – ein Grund mehr, es sich wenigstens nach dem Verdi-Jahr genauer anzuschauen.
D...
An diesem Abend, bei Wagners «Lohengrin» an der Wiener Staatsoper, denken wir oft an Loriots «Jodeldiplom». Denn irgendwie scheint der Erzherzog-Johann-Jodler allgegenwärtig. Zumindest optisch. Wir sehen Menschen in Lodentrachten und Krachledernen. Und wir begegnen dem Bassisten Günther Groissböck, der dem legendären steirischen Landesvater zwar nicht aufs Auge...
