Editorial
Elisabeth Schwarzkopf ist tot. Sie starb fünfunddreißig Jahre nach ihrem letzten Bühnenauftritt. Dennoch war sie für Sängerinnen, Sänger und Musikfreunde stets gegenwärtig. Das hatte nicht nur mit ihren Aufnahmen zu tun. Sie unterrichtete, bis zuletzt, leidenschaftlich. Sie kommunizierte und kommentierte, wann immer es ihr nötig schien. In der «Opernwelt»-Redaktion rief sie noch vor kurzem an, weil sie auf der Suche nach ein paar alten Fotos war.
Als die Schubertiade ihr in Feldkirch 2005 ein Konzert zum neunzigsten Geburtstag ausrichtete, saß sie im Parkett – erstaunlich gut aussehend und das Programm mit spontanen Äußerungen lebhaft begleitend.
Im Unterricht konnte man nicht nur von, sondern auch über Elisabeth Schwarzkopf viel lernen. Kunst kam bei ihr vor allem von Konzentration. Es war Konzentration auf den Klang, den individuellen, unverwechselbaren, der für jede Singstimme erst erarbeitet werden muss. Timbre allein nutze gar nichts, pflegte Schwarzkopf zu sagen. Dieser Formung des Klangs, dem Ausnutzen aller Resonanzräume eines Körpers, dem präzisen Sitz von Vokalen und Konsonanten und einer akribischen Verbindung der einzelnen Töne widmete sie ihre immense Energie – als ...
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Herr Zednik, in einem Interview haben Sie einmal gesagt, Ihre Lieblingspartie sei Tristan.
Natürlich. Oder Otello. Oder Tannhäuser. Nur leider hat mir der liebe Gott die Stimme dafür nicht gegeben.
Welche der einhundertfünfzig verschiedenen Partien, die Sie im Verlauf Ihrer Karriere gesungen haben, waren für Sie die wichtigsten?
Von der Potenz her waren es schon...
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