Zum Traum wird hier der Raum

Korngold: Die tote Stadt Basel / Theater

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Wohnungen in simplem Bauhaus-Kolorit sind beliebte Schauplätze in TV-Krimis. Irgendwann passiert der Mord, zum Beispiel im Schlafzimmer. Denn auch dem banalsten Raum – das wissen wir seit Alfred Hitchcocks Thrillern – kann ein Grusel innewohnen. Spätestens dann, wenn sich reale und surreale Perspektiven vermischen. So wie in dem Moment, wenn auf der Basler Opernbühne die von Ralph Myers kreierte Wohnlandschaft im Wortsinn aufbricht, sich in ein Labyrinth aus Räumen, Durchgängen, Mauern verwandelt. Zum Traum wird hier der Raum.

Simon Stone denkt in bewegten Bildern.

Der in Basel geborene Australier, dessen Version von Ibsens «John Gabriel Borkman» in Wien und Basel von der Zeitschrift «theater heute» kürzlich zur Inszenierung des Jahres gekürt wurde, hat nicht von ungefähr auch als Filmregisseur Erfolg. Bei seinem Operndebüt mit Korngolds «Toter Stadt» spürt man jederzeit, wie er in Kameraeinstellungen denkt, jede Bewegung durchchoreografiert. Und den Schritt vom Alltäglichen in (Alp-) Traumsequenzen filmisch durchdekliniert. Die 1920 uraufgeführte Oper ist hierfür ein ideales Objekt. Schon Korngolds Kunstgriff, das Oszillieren zwischen Realität und Vision, verrät ein ...

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Opernwelt November 2016
Rubrik: Panorama, Seite 44
von Alexander Dick

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