Klingende (Alp)Träume
Dass Märchen nicht nur kleine, sondern auch große Kinder angehen, wissen wir spätestens seit Freud. Schon die Romantik hatte den mythischen Mehrwert jener im gemeinen Volk kursierenden Traumgeschichten im Blick, in denen die psychoanalytische Theorie später Bilder des Vor- und Unbewussten entdecken sollte. Was man sich von schönen Nixen, bösen Hexen und faulem Zauber erzählt, führt, so die Diagnose, direkt auf die Nachtseite der Vernunft – in eine Sphäre der Ängste, des Begehrens und der Obsessionen.
Im Märchen erhält das eine Stimme, was die Ratio ausblendet, was einem die Sprache verschlägt und gerade deshalb magisch anzieht. Kein Wunder also, dass auch Komponisten dem Reiz der fantastischen Fabel immer wieder erliegen – bis in die Gegenwart hinein.
Wie viel musiktheatralischer Zündstoff (und Lebensweisheit) in vermeintlich putziger Kinderfolklore stecken kann, hat zum Beispiel Harrison Birtwistle mit seiner Kammeroper «Punch and Judy» gezeigt. Auch vierzig Jahre nach der Uraufführung in Aldeburgh nimmt die groteske Lakonik des Stücks gefangen. In den surrealen Szenen, die der gelernte Pianist Stephen Pruslin auf Basis der bodenlos verschrobenen englischen Kasperle-Tradition für ...
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Mats Ek, als Choreograf sind Sie weltberühmt. Als Schauspielregisseur sind Sie in Schweden eine anerkannte Größe. An der Stockholmer Oper arbeiten Sie zum ersten Mal. Und doch sind Sie, was die Opernregie betrifft, kein unbeschriebenes Blatt.
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Wenn große Opernhäuser sich der Operette widmen, darf man Besonderes erwarten. Denn der Einsatz vokaler und orchestraler Veredelungsmittel impliziert zugleich den Anspruch, den Stücken einen Erkenntnisgewinn über den puren Unterhaltungswert hinaus abzuverlangen. An der Dresdner Semperoper war das zuletzt mit Emmerich Kalmans von Peter Konwitschny in die...
Mit «Marathon Man» verbindet man in der Regel Dustin Hoffman im gleichnamigen Film, oder aber Haile Gebrselassie, den Weltrekordler auf dieser klassischen Laufstrecke. Doch nicht vom Abzählen der 42,195 Kilometer, vom eintönigen, mechanisch aus dem Steiß entwickelten Trott sei hier die Rede, sondern von der eleganten Bewegung aus den Schultern heraus, vom präzise...
