Bescheiden, bodenständig, bezaubernd
Mehr als ein halbes Jahrhundert hat sie auf der Bühne gestanden, zuletzt vor zehn Jahren. Ein geschäftstüchtiger Star moderner Prägung ist sie nie gewesen, aber ihre Karriere war stetig und die künstlerische Ernte ihrer Arbeit gewaltig, zum Glück festgehalten in zahlreichen Ton- und einigen Filmdokumenten. Am 20. November ist die Sopranistin Elisabeth Söderström im Alter von 82 Jahren an den Folgen eines Schlaganfalls gestorben.
Am 7.
Mai 1927 als Tochter eines Schweden und einer Russin in Stockholm geboren, debütierte sie nach privatem Gesangsunterricht bei Adelaide von Skilondz zwanzigjährig als Bastienne im Schlosstheater von Drottningholm. Nach Weiterführung ihrer Studien an der Königlichen Musikakademie wurde sie 1949 Mitglied der Königlichen Oper in Stockholm, deren Ensemble sie bis 1980 angehörte. Ihre internationale Karriere kam bald in Gang, seit 1957 trat sie regelmäßig beim Festival in Glyndebourne auf, ab 1959 an der Metropolitan Opera, kurz darauf an Covent Garden in London. Im deutschsprachigen Raum hat sie sich eher rar gemacht, sieht man von ihren Auftritten bei den Salzburger Festspielen und an der Wiener Staatsoper ab. Von Anbeginn ihrer Laufbahn war sie auch als ...
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Irgendwie müssen Stefan Soltesz die Exzesse auf der Bühne des Muziektheaters bekannt vorgekommen sein. Die Gewaltorgien der kaputten Runde, die sich da in einem staubgrauen Bunker ohne Ein- und Auslass zum letzten Ma(h)l versammelt hat, lassen unwillkürlich an jene Endzeittruppe denken, die er vor knapp sechs Jahren vor Augen hatte, als er sich im eigenen Haus...
So recht hat das Publikum des deutschen Nationaltheaters vermutlich noch immer nicht begriffen, was für eine Sensation es in den letzten Jahren miterleben durfte. Zwar verrät die Biografie im Beiheft der neuen Weimarer «Rigoletto»-Produktion, dass der Titelheld der Aufführung diese Rolle inzwischen auch an der Met, in Los Angeles und in Wien singt oder singen wird...
Wo er Recht hat, hat er Recht. «Man trifft im Leben», sagt Hans Neuenfels, «wenn man Glück hat, einige Lebende, die das Leben lebenswert machen. Doch glaube ich, die Zahl der Toten ist ungleich größer.» Zu diesen beneidenswert vitalen Toten gehören für Neuenfels all jene Komponisten, deren Musik ihn umtreibt. Und um diese Musik zu verstehen, trifft er sich gern mit...
