Gefördert, verfolgt, vergessen
Bergamo, Teatro Donizetti, Anfang Dezember. Ein singuläres Theaterereignis. Und gleich mehrere Gründe, sich die Augen zu reiben. Ein Menschenalter hat es gedauert, bis Aldo Finzis einzige Oper zum ersten Mal gegeben wird.
Für den hochbegabten, polyglotten Abkömmling einer jüdischen Familie aus Mantua, der 1897 in Mailand zur Welt kommt, ein Musikstudium am Konservatorium Santa Cecilia in Rom absolviert, um mit 24 Jahren von Ricordi unter Vertrag genommen zu werden – für Aldo Finzi fallen die besten Jahre seiner kompositorischen Entwicklung fatalerweise mit dem italienischen Faschismus zusammen. Als 1938 die leggi razziali in Kraft treten, gerät Finzi ins Fadenkreuz der italienischen SS. Den Drangsalierungen, dem unwürdigen Dasein in wechselnden Verstecken ist der Künstler letztlich nicht gewachsen. Ein Infarkt setzt dem Leben des 48-Jährigen ein Ende.
Nach dem Krieg ist Finzi bald vergessen, Person und Werk werden beschwiegen. Bis heute liegen weder eine Biografie noch eine Werkmonografie des jüngeren Zeitgenossen von Puccini und Alberto Franchetti vor. Kein Ruhmesblatt der italienischen (Musik-)Geschichtsschreibung. Immerhin wurden in den letzten Jahren vereinzelt Chor- und ...
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Opernwelt Februar 2013
Rubrik: Magazin, Seite 72
von Georg Beck
Bis weit in die 60er-Jahre hinein wurden italienische Opern selbst an den größten deutschen Bühnen in der Landessprache gegeben. Entsprechend waren auch auf dem Schallplattenmarkt deutsch gesungene Querschnitte und Gesamtaufnahmen mit einheimischen Künstlern eine echte Alternative zu den Importen mit Callas, Tebaldi & Co. Die von Herbert von Karajan, später auch...
Die drei punktierten Akkordschläge werden schon vor Beginn der Aufführung eingespielt. Und schon da sind sie mehr als bloß das Einlasszeichen. Sie heben vielmehr den Abstand auf – zwischen Alltagswelt und Zauberstück, zwischen Publikum und Künstlern. Spätestens nach der Pause wird einem das so richtig bewusst, wenn Sarastro, das heißt eigentlich: der Sänger...
Wer jetzt ein Haus hat, baut sich auch ein zweites. Oder das erste gründlich um. Soll es nun Liebeshöhle sein oder eine feste Burg? Soll es häusliches Glück bergen? Ist es ein Haus der offenen Tür? In Hannover steht erst einmal eine kleine Puppenstube vor dem roten Vorhang. Schließlich lässt Don Alfonso hier die Puppen tanzen. Er hat ja, wie man später sieht, noch...
