Neues und Altes
Klappern gehört zum Handwerk. Es reicht nicht, Gutes und Schönes zu tun. Man muss auch darüber sprechen. Und dafür sorgen, dass darüber gesprochen wird. In Zeiten knapper Kassen und schiefer Haushaltslagen gilt diese Erkenntnis mehr denn je. Schon ein flüchtiger Blick auf die neuen Jahresbroschüren der Häuser bestätigt die Bedeu-
tung, die dem Marketing zugemessen wird: Ohne hippes Design kein künstlerisches Sein. Alles zielt auf die corporate identity, oft steckt der programmatische Esprit vor allem in der peppigen Etikette.
Ein Altmeister der Kunst, die Kunst des (Musik-)Theaters mit flotten Sprüchen zu verkaufen, ist Jürgen Flimm. Auf seine alten Tage will der aus Salzburgs Festspielzentrale in die Intendanz der Berliner Staatsoper wechselnde Rheinländer offenbar noch mal allen zeigen, was eine Harke ist. Bei der Vorstellung der Spielzeit 2010/11 im noch voll eingerüsteten Ausweichquartier Schiller Theater suchte sich Flimm einmal mehr als everybody’s darling zu situieren – natürlich im Dienst an das neue Haus, das für mindestens drei Jahre auf seinen sanierungsbedürftigen Stammplatz Unter den Linden verzichten muss. Neun große und acht kleine (für die Werkstattbühne geplante) ...
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«Bühnenregie hieß der Schlüssel zu dem Geheimnis, durch das sich meine Intendanz der Metropolitan von den Intendanzen früherer Jahre unterscheiden sollte», schreibt Rudolf Bing in seinen Memoiren. Drei Wochen Proben für die Eröffnungspremiere «Don Carlos» im Herbst 1950, das muss für New Yorker Verhältnisse eine Sensation gewesen sein. Der für die Rolle des Posa...
Riccardo Muti, Herzog & Meuron, Prada... – was den Snob-Appeal betrifft, dürfte das für die Met-Erstaufführung von Verdis «Attila» zusammengekaufte Aufgebot schwerlich zu übertreffen sein. Die Befürchtung, die kapitale Promi-Riege habe sich an einem musikalischen Objekt abgearbeitet, das nicht weiter der Rede wert ist, löste sich jedoch schon während der ersten...
Herr Saccà, im «Fernen Klang» spielen Sie einen Komponisten, der von seiner Musik besessen ist. Sind Komponisten im wirklichen Leben auch so?
Ich habe bisher nur einen Komponisten besser kennengelernt: Herbert Willi, dessen Oper «Schlafes Bruder» ich in Zürich uraufgeführt habe. Auf den traf das Bild, das Schreker zeichnet, voll zu: Er hat wie besessen dieses...
