Schicksal eines Underdogs

Kiel, Rameau: Platée

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Bei der Uraufführung einer Rameau-Oper, so ist über­liefert, rügten einst die Orchestermusiker, sie seien mit der Wiedergabe der komplexen Partitur derart beschäftigt, dass ihnen nicht einmal die Zeit zum Schnäuzen bleibe. Auch die Kieler Philharmoniker dürften sich gehörig gefordert gefühlt haben, als sie sich unter dem ebenso kenntnisreichen wie befeuernden Dirigat von Christoph Spering bei der Premiere der «Platée» einen ganzen Abend lang in barocken Spiel- und Phrasierungstechniken erproben durften. Mit glänzendem Erfolg, der wieder einmal bewies, dass Musik des 18.

Jahrhunderts auch auf modernen Instrumenten authentisch klingen kann.
Rameaus 1745 in Versailles aus der Taufe gehobenes so genanntes «Ballet Bouffon» ist ein Unikum in der Opernliteratur, ein in seiner offenen Dramaturgie weit in die Zukunft weisendes Stück. Eine Mischung aus Komödie und Tragödie, barockem Ausstattungsstück und Travestie, Ballett und vokalem Musiktheater. Regisseurin Aurelia Eggers sowie ihre Bühnen- und Kostümbildner Norbert Ziermann und Moritz Junge bekommen diese disparaten Elemente überzeugend in den Griff, indem sie eine aktionsreich bunt historisierende, dabei immer wieder von witzigen ...

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Opernwelt August 2005
Rubrik: Panorama, Seite 46
von Gerhart Asche

Vergriffen
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