Mamma Mia

China leistet sich immer mehr herausragende Spielstätten für Musiktheater, doch Oper gibt es dort (noch) eher selten

Opernwelt - Logo

An Eleganz übertrifft es alle anderen. Es ist das schönste Opernhaus, das in den letzten Jahren gebaut wurde. Es steht im chinesischen Qingdao, früher unter dem Namen Tsingtau bekannt, eine Stadt mit deutscher Prägung aus der Kaiserzeit. Deutsche Architekten haben es entworfen: Die Pläne lieferte das Büro von Gerkan, Marg und Partner (gmp) aus Hamburg.

Opernhäuser gehören zu den Prestigeprojekten, die sich die rasant wachsenden chinesischen Millionenstädte zulegen.

Wie Flughäfen, Messegelände und Bahnhöfe werden sie – nach international ausgeschriebenen Wettbewerben – meist von ausländischen Architekten konzipiert und betreut. Peking machte den Anfang mit Paul Andreus Oper(n-Ei). In Guangzhou wurde unlängst das spektakuläre Opernhaus von Zaha Hadid eröffnet, zwei weitere Häuser in Chongqing und Tianjin stammen gleichfalls aus den gmp-Büros.

Qingdao liegt am Gelben Meer mit dem Gebirge des heiligen Bergs Laoshan als Hintergrundkulisse. Die oft von Wolken umhüllten Berge haben die Architekten zu einem metaphorischen Entwurf inspiriert. Die vier «Felsen» der mit örtlichem Naturstein verkleideten Baukörper werden von einem wolkengleichen Kragdach aus Lamellen umspielt, die in der ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt Dezember 2011
Rubrik: Magazin, Seite 78
von Falk Jaeger

Weitere Beiträge
Im Großformat

So viel Neuland ist an der Bayerischen Staatsoper selten. Erstmals brachte man im Juni 2010 die italienische Griechen-Oper eines Ingolstädters auf die Bühne. Szenisch realisiert wurde Giovanni Simone Mayrs «Medea in Corinto» von einem arg verspäteten
Münchner Regie-Debütanten. Mit der gebrandmarkten Außenseiterin schloss Hans Neuenfels schnell Freundschaft. So wie...

Ausgebrannt

Die Zeitgenossen waren sich einig, dass ein Fluch über dieser Oper schwebt. Erst hinderte der Tod den Komponisten Jacques Offenbach 1880 an der Vollendung seiner «Contes d’Hoffmann», dann brannte bei der Wiener Erstaufführung die Hofoper nieder, einige Jahre später auch der Ort der Uraufführung, die Pariser Opéra-Comique. Immer ging wertvolles Aufführungsmaterial...

Wer, wo, wie und warum?

Rechtzeitig zum Amtsantritt von Jossi Wieler als Intendant der Oper Stuttgart sind zwei Bücher über den Schweizer Regisseur erschienen. Obwohl reich­haltig illustriert, lebt der von Hajo Kurzenberger herausgegebene Band doch von den Texten. Kurzenberger charakterisiert Wieler gleich eingangs als Teamplayer, als «besonderen Liebhaber der Menschen, mit denen er...