Nonsense-Kantate
Mein Königreich für ein Pferd! Shakespeares Richard III. bietet diesen Tauschhandel an. Und die mangels equestrianischer Hilfe im Badeort Plombières festsitzende Gesellschaft, die zur Krönung Karls X. nach Reims will, wäre ihm wohl gern gefolgt. Doch der Deal misslingt, wenn dies bei den Letzteren auch nicht zum Selbstmord führt wie im Falle des englischen Herrschers, sondern zu einem turbulenten Fest.
Rossinis Nonsense-Kantate zur Krönung von Kaiser Karl X.
im Mai 1825 traf den Nerv der Zeit, denn mit Sarkasmus begleitete das revolutionäre Frankreich dessen ultrareaktionäre Politik, nach fünf Jahren dankte er ab. Zuvor hatte Rossini das Wichtigste dieser eleganten Partitur bereits für eine andere Oper, «Le Comte Ory», recycelt. Als aber «Il viaggio a Reims» 1984 wieder auf der Bühne auftauchte wie das Kaninchen aus dem Hut des Zauberers, jubelte die Fachwelt. Zugleich galt das Werk als für den Theateralltag unantastbar, hatte Dirigent Claudio Abbado damals beim Festival in Pesaro doch eine Riege erlesener Sänger-Stars vereint, denen nachzueifern etwa einem Stadttheater nicht möglich schien. Aber man spielt gelegentlich ja auch «Le Comte Ory» im Repertoire, warum also nicht die ...
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Opernwelt September/Oktober 2016
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen, Seite 41
von Gerhard Persché
Seit 1945 spielt hier allsommerlich die Musik. Auf einem prachtvollen Landsitz, etwa 80 Kilometer nördlich von New York City. Damals luden die Eigentümer des Anwesens, der aus Berlin emigrierte Walter Rosen und seine Frau Lucy Bigelow (die übrigens einen Narren am Theremin gefressen hatte), erstmals zum Festival. Ein Musikzimmer und ein Hof in spanischer Anmutung...
Altkaseralm, Stoana-Alm, Asten-Alm, beschaulich klingt das und sieht auch so aus. Gegen die berühmteste Wiese der Geschichte kommen Erls erhöhte Grünflächen freilich nicht an: Rütli – schon bei Erwähnung des Areals am Vierwaldstättersee türmt sich Schweizer Geschichte vor dem inneren Auge auf. Und dennoch: Gioachino Rossinis «Wilhelm Tell», hier in der...
Das Opernwelt-Jahrbuch
Wer ist «Sänger des Jahres»? Welcher Dirigent, welches Opernhaus hat sich in der vergangenen Spielzeit besonders ausgezeichnet? Am 30. September erscheint das Jahrbuch «Oper 2016» – mit den Ergebnissen unserer Kritikerumfrage, Künstlerporträts und Interviews. Außerdem: ein Gespräch mit Matti Salminen, Essays über Shakespeare im modernen...
