Trio infernal
Ein Gespenst geht um in Europa: die Frage, «Wer gehört zu uns?» Neuerdings geht es nicht nur um den Islam; sondern auch um Russland, zumindest das Putins. So wird, von beiden Seiten, bezweifelt, ob es mit Vorstellungen eines demokratisch-liberalen Europa noch kompatibel sei. Aber schon der ältere Buchtitel «Spanien und Europa» deutete immerhin an, dass die Einheit nicht ganz bruchlos war.
Nicht nur blocken die Pyrenäen die iberische Halbinsel ab, katholische Kirche wie maurischer Einfluss prägten die Kultur, archaische Formen wie Stierkampf und Flamenco stehen für Fremdheit – und die 40-jährige Franco-Diktatur verfestigte vollends den Eindruck des Abgeschotteten. Dass Spanien gerade der Deutschen Ferientraum war, widerspricht dem nicht, zeugt vielmehr vom Reiz des Exotischen.
Russland und Spanien, kalter Osten, heißer Süden, Katholizismus und Kommunismus – größere Kontraste schienen kaum denkbar. Doch gibt es einen Überraschungslink: Ausgerechnet der Gigant des sowjetischen Revolutions-Films, Sergei Eisenstein, hatte ein Faible für den Stierkampf. Angeregt durch Goya und Picasso, schrieb er: Hörner und Degen «durchbohren sich gegenseitig in dem großartigen Augenblick, wenn Leben ...
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Opernwelt Juli 2018
Rubrik: Panorama, Seite 39
von Gerhard R. Koch
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