Trio infernal

Penella: El Gato Montés
Kaiserslautern | Pfalztheater

Opernwelt - Logo

Ein Gespenst geht um in Europa: die Frage, «Wer gehört zu uns?» Neuerdings geht es nicht nur um den Islam; sondern auch um Russland, zumindest das Putins. So wird, von beiden Seiten, bezweifelt, ob es mit Vorstellungen eines demokratisch-liberalen Europa noch kompatibel sei. Aber schon der ältere Buchtitel «Spanien und Europa» deutete immerhin an, dass die Einheit nicht ganz bruchlos war.

Nicht nur blocken die Pyrenäen die iberische Halbinsel ab, katholische Kirche wie maurischer Einfluss prägten die Kultur, archaische Formen wie Stierkampf und Flamenco stehen für Fremdheit – und die 40-jährige Franco-Diktatur verfestigte vollends den Eindruck des Abgeschotteten. Dass Spanien gerade der Deutschen Ferientraum war, widerspricht dem nicht, zeugt vielmehr vom Reiz des Exotischen.

Russland und Spanien, kalter Osten, heißer Süden, Katholizismus und Kommunismus – größere Kontraste schienen kaum denkbar. Doch gibt es einen Überraschungslink: Ausgerechnet der Gigant des sowjetischen Revolutions-Films, Sergei Eisenstein, hatte ein Faible für den Stierkampf. Angeregt durch Goya und Picasso, schrieb er: Hörner und Degen «durchbohren sich gegenseitig in dem großartigen Augenblick, wenn Leben ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt Juli 2018
Rubrik: Panorama, Seite 39
von Gerhard R. Koch

Weitere Beiträge
Apropos... Figur(en)

Frau Miknevičiūtė, heute Verdi, morgen Wagner: Wie ist das möglich?
Das war auch für mich eine Ausnahme und hat sich mit den Terminen so ergeben. Aber wenn ich mir sicher bin, dass mir eine Partie gut liegt, möchte ich sie auch singen.

Es  heißt doch immer, ein «Nein» sei der beste Weg für eine lange Sängerkarriere. Mit Senta gehen Sie einen Schritt weiter in die...

Kunst der Andeutung

Wenn man auf meinen Grabstein schriebe Hier ruht Francis Poulenc, der Musiker von Apollinaire und Éluard, so wäre das wohl mein schönster Ehrentitel», hat Poulenc einmal geäußert. Fast die Hälfte seiner 150 Lieder benutzt Texte der beiden großen Lyriker Guillaume Apollinaire (1880-1918) und Paul Éluard (1895-1952). Die Verbindung zwischen Wort und Ton ist dabei so...

Dirigententriumph

Schon die ersten Takte vibrieren vor Energie. Das Pianissimo ist derart mit Spannung aufgeladen, dass es fast zu platzen scheint. Wer die frühen Verdi-Opern so dirigiert, erhebt sie in den Rang von Meisterwerken. Was Will Humburg mit dem Beethoven Orchester allein an psychologischer Feinzeichnung leistet, überwältigt. Die erste Szene des zweiten Akts von «I due...