Mendelssohn Bartholdy: Der Onkel aus Boston
«Anleitung zum Unglücklichsein», so könnte das Stück heißen. Wie das Buch von Paul Watzlawick. Das ist die Konstellation in Felix Mendelssohn Bartholdys Oper «Der Onkel aus Boston». Der Onkel ist Vormund von Fanny. Er will sie verheiraten, doch sie hat sich unsterblich in Carl verliebt. Was tun? Nur nicht miteinander reden. Es beginnt eine turbulente Verwechslungskomödie, wobei sich am Ende herausstellt, dass der Onkel niemand anderen als Bräutigam im Sinn hatte als Fannys Geliebten, und doch wären beinahe alle unglücklich geworden.
Als Zuschauer wird man es tatsächlich in Kaiserslautern. Denn Regisseur Sven Severin macht eine Schmierenkomödie aus dem Stück. Es wird von einer Dilettantentruppe auf einem Kreuzfahrtschiff aufgeführt. Die Passagiere sitzen rechts und links neben dem Orchestergraben und langweilen sich mindestens so sehr wie das Kaiserslauterer Publikum. Der Onkel scheint ein seniler, militaristischer Einfaltspinsel zu sein, die Jugendlichen überdrehte Puppen. Am Ende gerät das Schiff in Seenot. Die Schauspieltruppe rettet sich – nun in Alltagsklamotten – in ein Gummiboot. Das hat alles mit dem Stück nichts zu tun, und was schlimmer ist: Die Regie denunziert ...
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Frau Valayre, bevor Sie Sängerin geworden sind, haben Sie Anglo-Amerikanisitk studiert und an einer Dissertation über die amerikanische Filmkomödie gearbeitet. Haben Sie die fertiggestellt?
Ja, sicher. 250 Seiten! Über den Einfluss der amerikanischen Leinwandheldinnen auf die amerikanischen Frauen zwischen 1930 und 1955.
Also Schauspielerinnen wie Katharine Hepburn.
J...
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