Wie hinter einer Maske

New York: The Metropolitan Opera: Rossini: Armida

Opernwelt - Logo

Met-Intendant Peter Gelb hat in der ersten von ihm komplett selbst gestalteten Saison viel Pech mit den Stars gehabt. Von acht Premieren sangen nur in drei alle dafür vorgesehenen Protagonisten. Zwei davon waren die auf Stimmglamour verzichtenden 20.-Jahrhundert-Werke, die letzte der Saison war eine Rossini-Rarität, gedacht als schimmernde Vokalrobe für «the beautiful voice» Renée Fleming. Die freilich nicht mehr wirklich passte.

Während sich die regierende Soprankönigin des Lincoln Centers auf die Promotion ihrer im Juni erscheinenden ersten CD mit Indie-Pop vorbereitete, sang sie in der nunmehr fünften Produktion, die die Metropolitan Opera ganz auf sie zugeschnitten hatte. Nach dem American Country Girl Susannah, der Barockregentin Rodelinda, der Belcanto-Heroine Imogene in «Il pirata» und der himbeersahnesüßen Massenet-Kurtisane Thaïs wollte sie ihre stilistische Wandlungsfähigkeit noch einmal als Koloraturzerstäuberin vorführen. Und das ausgerechnet mit Rossinis «Armida», jener immens schwierigen, von Maria Callas (in einer verstümmelten Fassung) 1952 wieder aus der Versenkung geholten, liebenden und scheiternden Zauberin Torquato Tassos. Die hatte Renée Fleming bereits 1993 ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt Juni 2010
Rubrik: Panorama, Seite 46
von Manuel Brug

Vergriffen
Weitere Beiträge
Gogl statt Gigl

Singt eben nicht der Gigl, sondern der Gogl, meinte Staatsoperndirektor Ioan Holender im Vorfeld dieser «Carmen»-Reprise, die als das große Medienereignis seiner letzten Spielzeit gehandelt wurde. Da empfiehlt sich ein kleiner Exkurs in die österreichische Mundart: Gigl und Gogl bedingen einander nicht wie Yin und Yang. Vielmehr stehen sie fürs Entweder-Oder; der...

Wie sich die Träume gleichen

Manfred Gurlitt (1890-1972) gehört zu den großen Pechvögeln der jüngeren Musikgeschichte. Sein «Wozzeck» wurde von Alban Bergs gleichnamiger Oper verdrängt, seine «Soldaten» blieben zum Zeitpunkt ihrer Wiederentdeckung im Schatten von Bernd Alois Zimmermanns ingeniöser Adaption, seine 1932 mit Max Brod erarbeitete «Nana» wurde von den Nazis verboten und erlebte...

Der deutsche Kaiser war begeistert

Als 19-jähriger Student hörte Ruggero Leoncavallo in Bologna Vorlesungen des Dichters Giosuè Carducci, der ihm die Welt der italienischen Renaissance nahebrachte, und machte die persönliche Bekanntschaft von Richard Wagner, der im Dezember desselben Jahres zu einer Aufführung seines «Rienzi» angereist war. Einige Biografen wollen wissen, dass Leoncavallo zum...