Strikt realistisch
Noch einmal am 18. Juni 2017 in Schwerin. www.mecklenburgisches-staatstheater.de
Am Premierenabend soll sie triumphiert haben, aber schon in der zweiten Vorstellung musste sich Kathleen Eve Parker, die Ellen der Schweriner Inszenierung, von Sonja Mühleck vertreten lassen. Espen Fegran konnte den Captain Balstrode immerhin noch spielen, aber nicht singen, was für ihn Mark Morouse aus dem Off erledigte. Paul McNamara, der die Titelpartie sang, ließ eine Indisponiertheit ansagen.
Solche Ausfälle können desaströs enden, doch in Schwerin trug man leicht an dieser Hypothek – Brittens Flaggschiff stach planmäßig in See, die Schlagfähigkeit der mecklenburgischen Verbände stand alle drei Akte hindurch außer Frage.
Das ist zunächst der Staatskapelle Schwerin unter ihrem noch immer jungen Chef Daniel Huppert zu danken. Sie sorgen für den erforderlichen Tiefgang, für das typische dunkle Glitzern der Partitur und den orkanartig berstenden Klang. Ohne ein symphonisch geschultes Orchester droht «Peter Grimes» schnell abzusaufen, schon wegen der markanten instrumentalen Zwischenspiele. Unverzichtbar ebenfalls ein wuchtig artikulierender Chor. Er singt hier wie mit einer Stimme, ist außerdem gestisch überaus präsent, fast ein Ersatz-Ballett.
Bühnenbild und Kostüme ...
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Opernwelt Juni 2017
Rubrik: Panorama, Seite 53
von Volker Tarnow
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