Einstürzende Kreuze

Zürich | Verdi: Don Carlo

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Eine Heldin der sozialen Verantwortung. Elisabeth von Valois ist Don Carlo versprochen. Dennoch zögert sie kaum, dem überraschenden Werben seines königlichen Vaters Philipp II. nachzugeben. Sie hat das hungernde französische Volk gesehen und tut alles, ihm endlich den Frieden zu bescheren. Als der spanische Gesandte sie fortgeleitet, kann sie die Augen nicht von Carlo lassen. Die Freudengesänge der Menge klingen entsetzlich in ihren Ohren. Der Triumphmarsch des Orchesters wirkt fürchterlich auf sie.

Anja Harteros ist Elisabeth in Zürich.

Sie ist die Gestalterin, die den Konflikt glaubhaft macht, die die fünfaktige italienische Version von Giuseppe Verdis «Don Carlo» (Modena, 1886) wesentlich zu tragen imstande ist. Das Schönste indes: Sie trägt sie allein schon vokal, denn da fesselt alles – von der Mädchenhaftigkeit im Wald von Fontainebleau über die faszinierende lyrische Färbung hinein ins ganz große Leuchten, das ihren Sopran auch hier wieder so unverwechselbar macht.

Matti Salminens Philipp war die vorausgegangene Grippewelle am stärksten anzumerken. Dennoch: Was für ein souveräner Umgang mit dem Handicap, was für eine Ausdruckstiefe, was für eine kantable Bassweichheit! Alfred ...

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Opernwelt April 2012
Rubrik: Panorama, Seite 47
von Heinz W. Koch

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Apropos ... Absagen: Julia Lezhneva

Frau Lezhneva, brauchen Sie eine längere Pause?
Nein, aber ich habe tatsächlich eine ganze Reihe von Produktionen abgesagt. Nach den «Hugenotten» in Brüssel hatte ich das Gefühl, mich übernommen zu haben. Also bin ich meinen Kalender noch einmal durchgegangen. Und habe mit Marc Minkowski gesprochen. Er versteht meinen Fall.

Worin besteht Ihr «Fall»?

Ich bin noch...