Auf Teufel komm raus
Während der Ouvertüre zu Wagners «Fliegendem Holländer» erregt zunächst – da wir ziemlich nahe am Orchestergraben sitzen – einer der Kontrabassisten der Musiciens du Louvre unsere Aufmerksamkeit. Der Mann gibt offenbar sein Leben für die Dämonen dieser Musik, lässt den Bogen mit enormem Körpereinsatz über die Saiten tanzen. Spannend. Oben auf der Bühne erscheint derweil ein sehniger Tänzer und beginnt, sich an einem Schminktisch links an der Rampe das Gesicht schwarz zu malen.
Er wird Satan sein, der Seelenfänger – eine der Erfindungen des Regisseurs Olivier Py, mit denen man nicht nur Freude hat. Danach kommt eine junge blonde Frau und schreibt mit Kreide das Wort «Erlösung» an eine hohe schwarze Wand aus zusammengeleimten Brettern. Später – doch noch während der Ouvertüre - liegt sie tot. Es ist Senta. Zumindest behauptet das die Inhaltsangabe im Programmheft. Der Prolog als Epilog.
Der Schminktisch ist im übrigen ein Signal für den Abend: Wir sind im Theater. Pierre-André Weitz’ Dekoration hat denn auch etwas von einer Bretterbühne; es könnten aber auch schwarz geteerte Planken eines Schoners sein. Oder einfach abstrakte Wände, die von der Drehscheibe in Bewegung gehalten werden. ...
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Opernwelt Januar 2016
Rubrik: Panorama, Seite 49
von Gerhard Persché
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