Liebe ist kälter als der Tod
Drei DVD-Produktionen von Monteverdis «L’incoronazione di Poppea» sind jetzt fast gleichzeitig auf den Markt gekommen – ein Beweis dafür, welchen Stellenwert diese frühe Oper seit Harnoncourts und Ponnelles Zürcher Pioniertat im Repertoire der großen internationalen Opernhäuser mittlerweile einnimmt.
Bereits 1997 brachte David Alden seine Inszenierung bei den Münchner Opernfestspielen heraus.
Mit dem damaligen Leitungs-Team, aber durchweg neuen Sängern schuf er zwölf Jahre später am Teatre del Liceu in Barcelona eine Reprise, die jetzt erfreulicherweise auf DVD erhältlich ist. Diese Produktion ist ein Theatervergnügen der Extra-Klasse, oft zum Brüllen komisch, aber mehr als ein Jux, durchaus auf der geistigen Höhe des luziden Textes von Francesco Busenello. In der Kostümierung Buki Shiffs werden die Zeiten – Römisches Altertum, venezianisches Barock und Jetztzeit – bunt durcheinandergewirbelt, auch die variable Szenerie Paul Steinbergs ist historisch ambivalent. Aldens Regie spielt mit den Versatzstücken der verschiedenen Genres – zitiert, ironisiert, persifliert, karikiert. Ein großes komisches Welttheater, bei dem Shakespeare wie Monty Python Pate gestanden haben.
Alden kann ...
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Opernwelt Juni 2012
Rubrik: Medien CDs/DVDs, Seite 20
von Ekkehard Pluta
Der 1763 in Schwetzingen geborene Franz Danzi gehört zu den vielen zwischen Frühklassik und Frühromantik eingezwängten Komponisten, die sich der Einordnung in Epochen-Schubladen widersetzen. Nach Engagements in München und Stuttgart wirkte er von 1812 bis zu seinem Tod 1826 als Hofkapellmeister in Karlsruhe. Von seinem umfangreichen, alle Gattungen umfassenden...
Man hält sie für eine Lügnerin, eine Hochstaplerin, ein hysterisches Weib – und sie ist schließlich so unglücklich! Ich wollte, alle hätten sie gern.» Mit diesen Worten hat Leos Janácek für seine Heldin, die alterslose Emilia Marty alias Elina Makropulos geworben. Die 337-jährige Sängerin durchmisst an ihrem letzten Lebenstag die ganze Spannweite eines Frauenlebens...
Herr Koch, wer ist schuld an der Misere der fünfzehn «Ring»-Stunden? Alberich? Oder doch die Rheintöchter, weil sie ihn verlockt haben?
Das ist die große Frage. Beide Seiten wahrscheinlich. Ich sehe Alberich nicht als Alleintäter. Er ist mir auch nicht unsympathisch. Gerade in der Konfrontation mit Wotan verstehe ich manche seiner Handlungen und Reaktionen. Aber...
