Sorgfalt und Passion
Obwohl man sie auch als Pamina auf der Bühne erleben oder mit Gershwin-Songs hören kann, ist die niederländische Sopranistin Johannette Zomer vor allem in der Alte-Musik-Szene bekannt geworden. Sie war an Ton Koopmans Gesamtaufnahme der Bach-Kantaten beteiligt, auch mit Philippe Herreweghe hat sie verschiedentlich zusammengearbeitet.
Auf ihrer neuesten CD widmet sie sich gemeinsam mit dem 2013 von ihr gegründeten Tulipa Consort ausschließlich Werken Antonio Vivaldis: zwei Solomotetten, drei Arien aus dem Oratorium «Juditha triumphans» und der umfangreichen kantatenhaften Vertonung des Psalms «Laudate pueri» in c-Moll. Ergänzt wird das Programm um zwei Instrumentalsinfonien, mit denen das Tulipa Consort auf seiner ersten CD sich als stilsicheres und klangfarbenfrohes Ensemble präsentiert.
Johannette Zomers Stimme hat sich über die vielen Jahre, die die Sängerin schon an prominenter Stelle aktiv ist, ihre weiche Leuchtkraft bewahrt. In dieser Literatur vermag sie allerdings in hoch gelegenen Passagen, wie sie sich in der Motette «O qui coeli terraeque serenitas» RV 631 häufig finden, weniger zu überzeugen als in Stücken mit tieferer Tessitura. Erstaunlich gut gelingen ihr die beiden ...
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Opernwelt August 2016
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen, Seite 22
von Thomas Seedorf
Angesichts des brandgefährlichen «patriotischen Frühlings», den Europas Rechtsaußen gerade feiern, denken wir an den Dichterfürsten. «Der Patriotismus», so Goethe, «verdirbt die Geschichte.» Verschließt die Augen. Verstopft die Ohren. Und Oscar Wilde formulierte, «patriotism is the virtue of the vicious», Patriotismus sei die Tugend der Bösartigen. Freilich, wenn...
«Wir sind Söhne und Töchter der Aufklärung, des Lichts, Söhne und Töchter der wunderbarsten Philosophen, die die Erde hervorgebracht hat, wir sind Söhne und Töchter Europas! Wir wollen heute ... unsere Helden begrüßen, die der Welt gezeigt haben, dass unsere Zivilisation sich nicht dazu hergeben wird, auch nur eines ihrer Kinder den Händen von Dunkelmännern zu...
Schon länger machte er sich bei Achim Freyer und Robert Wilson als Co-Regisseur nützlich. Er inszenierte bereits am Salzburger Landestheater und in Wuppertal, jetzt scheint er sich auf den Marsch durch die größeren Institutionen zu begeben. Das Staatstheater Karlsruhe lud Tilman Hecker nun ein, Vincenzo Bellinis Romeo-und-Julia-Oper «I Capuleti e i Montecchi» auf...
