Prima le parole, dopo la musica
Sieht man von Emilio da Cavalieris (im Stil opernhafter, dem geistlichen Inhalt nach aber eher dem, was man später Oratorium nennen wird, zugehöriger) «Rappresentazione di Anima e di Corpo» (1600) ab, war Domenico Mazzocchis «La catena d’Adone» (1626) die erste Oper, die in Rom aufgeführt wurde. Der belgische Bassist Nicolas Achten hat sie nun mit seinem achtköpfigen Brüsseler Instrumentalensemble Scherzi Musicali klanglich brillant und stilistisch auf der Höhe unserer Zeit gültig eingespielt.
Viele Spezialeffekte – Büffellederregister sowie wechselnde Bespannungen mit Metall- und Darmsaiten beim Cembalo, Diskantinstrumente der Theorben- und Spinett-Familie usw. – sorgen für einen ungewöhnlichen Reichtum unterschiedlicher Farben, die bestimmten Figuren, Situationen und Affekten zugeordnet sind. Im Ganzen aber unterscheidet sich der Höreindruck nicht wesentlich von dem, was man von anderen Opern der Zeit (Peri, Caccini, Cavalieri, Monteverdis «Orfeo») kennt. Mehr als die Hälfte des Reizes liegt in der prachtvollen Verssprache Ottavio Tronsarellis und der Kunst biegsam-geschmeidiger Deklamation. Die Figuren diskutieren und demonstrieren die wirklichkeitsschaffende Macht oder Ohnmacht ...
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Opernwelt April 2012
Rubrik: Medien | CDs, DVDs, Bücher, Seite 19
von Boris Kehrmann
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