Die Schlacht an der Somme
Am 1. Juli 1916 begannen französische und britische Streitkräfte im Somme-Gebiet eine Großoffensive gegen die deutsche Wehrmacht. Doch schon am selben Abend waren fast 20.000 der britischen Soldaten gefallen. Der Kampf tobte bis Mitte November, ehe er, weitgehend ergebnislos, abgebrochen wurde. Innerhalb weniger Monate kamen auf beiden Seiten der Front rund eine Million Männer um – was die Schlacht zur verlustreichsten der Westfront macht.
Der walisische Künstler und Dichter David Jones hatte Glück, er überlebte das Gemetzel.
Zwei Jahrzehnte später veröffentlichte er «In Parenthesis», ein episches Gedicht, in dem er, teils lyrisch, teils in Prosa und unter Einbeziehung mythischer Charaktere seine Kriegserfahrungen verarbeitete. Der komplexe Text ist nicht bloß historisch, sondern auch künstlerisch von Bedeutung – T. S. Eliot bezeichnete ihn als das «Werk eines Genies», auch W. H. Auden hielt ihn für «ein Meisterstück».
Im Auftrag der Welsh National Opera hat der englische Komponist Iain Bell (*1980) den Stoff jetzt zu einer Oper verarbeitet. Im Mittelpunkt von «In Parenthesis» steht der Gefreite John Ball, seine Ausbildung, der Marsch mit den Royal Welsh Fusiliers nach London, ...
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Opernwelt August 2016
Rubrik: Panorama, Seite 37
von George Hall
Vor Kurzem bekam ich eine E-Mail aus der Marketing-Abteilung eines Theaters, an dem ich probte. Sinngemäß stand da: «Wir hoffen, dass Sie Ihre Freunde, Verwandten, Kollegen und überhaupt alle, die Sie kennen, mit Ihren Erlebnissen hier nerven wollen». Dabei werde man mir mit Rat und Tat zur Seite stehen. Personalisierte Banner für Twitter, Facebook und die...
Über die Notwendigkeit mancher Ausgrabung lässt sich streiten (sie-he OW 4/2016, S. 71), über diese nicht: Was die Stiftung Palazzetto Bru Zane hier vorlegt, ist ein abgeklärtes Meisterwerk. Gewiss: Bei den Zeitgenossen konnte sich dieser Spätling Gounods nicht durchsetzen, aber das gelang in Paris keiner einzigen historischen Oper nach Meyerbeers «Prophète»....
Es gab kein Halten, 75 Aufführungen in Folge: Um einen solchen Erfolg hätte selbst ein Rossini seinen damals noch weitgehend unbekannten Kollegen Meyerbeer beneiden können. Dessen dritte italienische Oper (von sechs) schlug 1819 in Venedig ein wie ein Blitz. Das lag kaum an der mehr als umständlichen Intrige, sondern am unerhörten, weil dezidiert romantischen...
