Außerordentlich
Es ist so abgedroschen, von einem Wunder zu sprechen! Aber wer die vielen Kürzungen verfolgt hat, unter denen das Theater und das Philharmonische Orchester Hagen zu leiden hatten, ist schon verblüfft. Klar, an vielen kleinen und mittleren Musiktheatern wird Hervorragendes geleistet. Aber was bei Wagners «Tristan und Isolde» unter Leitung von GMD Joe Trafton aus dem Graben klingt, hat eine Fülle, eine Subtilität und Feinheit des Klangs, auch eine eruptive Leidenschaft, die begeistert.
Nur zum Schluss, am Ende von Isoldes Liebestod, geht es mit dem Dirigenten etwas durch, überdecken die Klangfluten die fabelhafte Sängerin. Aber das ist marginal angesichts der vorausgegangenen fulminanten fünf Stunden.
Aus dem Ensemble heraus sind – mit Ausnahme von Dong-Won Seo als klangschöner, zurückhaltender König Marke – nur die kleinen Rollen besetzt. Auch bei den Gästen überrascht, welche Qualität sich Hagen immer noch leisten kann. Magdalena Anna Hofmann ist eine sensationelle Isolde, schattenreich und leuchtend, nachdenklich und mitreißend, darstellerisch in jedem Moment absolut glaubwürdig. Auch Khatuna Mikaberidze als Brangäne und Zoltán Nyári als Tristan teilen sich die Kräfte klug ein, ...
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Opernwelt Juni 2019
Rubrik: Panorama, Seite 40
von Stefan Keim
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