Putztrupp für Prince
Der Laden sieht ziemlich schäbig aus: schmuddelig-gelbliche Wän- de, billiges Mobiliar, überall Müll auf dem schachbrettartigen Boden. Und an der dürftigen Theke, hinter der trostlose Kacheln giftgrün schimmern, fehlt selbst das, was sonst in jeder italienischen Bar zu finden ist: die Kaffeemaschine. Einzig der neon-leuchtende Schriftzug im Obergeschoss zeugt davon, dass dieses «Buffet» überhaupt noch in Betrieb ist. Kein Wunder, dass keine Gäste zu sehen sind und der Padrone schlafend an der blanken Kasse hängt, aus der seine Töchter ihm noch die letzten Lappen klauen.
Don Magnifico, in Rossinis Erfolgsoper «La Cenerentola» eigentlich ein verarmter Baron, ist in Salzburg zum abgetakelten Barbesitzer mutiert. Warum, bleibt bei Regisseur Damiano Michieletto ebenso unklar wie so manch anderes Detail in seiner Inszenierung für die Salzburger Pfingstfestspiele, die das Geschehen um das gedemütigte Aschenputtel aus den adeligen Herrscherhäusern ins heutige Ambiente verlegt. Ein schriller Schrei ertönt, als unter großem Gedöns per Video die Ankunft von Prince verkündet wird, dessen bevorstehendes Konzert bereits zuvor aufgeregt plakatiert wurde: In Frauenkleidern umringen die Herren des ...
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Opernwelt Juli 2014
Rubrik: Im Focus, Seite 16
von Reinhard Kager
Vorbei sind die Zeiten, in denen einst klingende Namen wie Antonio Caldara und Leonardo Vinci allenfalls einigen Spezialisten oder besonders leidenschaftlichen Liebhabern der Barockoper vertraut waren. Vor einigen Jahren hat etwa Philippe Jaroussky mit seinem Album «Caldara in Vienna» nachdrücklich auf den großen Wiener Hofkomponisten des frühen 18. Jahrhunderts...
Blumentapete? Die Marschallin hält in stilisiert neoklassizistischen Gemächern Hof. So könnte heute ein Design-Hotel aussehen. Die pastellfarbenen Wände tragen großformatige Lilien – ein Adelssignet. Sophies Zimmer hat Paul Steinberg ebenfalls floral dekoriert, diesmal bürgerlicher, Richtung Jugendstil. Blumen auch im Beisl: ein psychedelisches 60er-Jahre-Muster....
Die Macht der Annalistik: Zum 150. Geburtsjubiläum präsentiert Brigitte Fassbaender in Kooperation mit dem Richard Straus Institut in Garmisch-Partenkirchen eine Edition sämtlicher Klavierlieder. Aufgeboten sind drei Soprane, zwei Mezzosoprane, fünf Tenöre, zwei Baritone, ein Bass und fünf Pianisten. Fassbaender selbst ist als eindringliche Rezitatorin zweier...
