Fesselnd fremd

Dominique Visses neues Dowland-Album versteht zu faszinieren

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Unter den aktiven Countertenören unserer Zeit zählt der 1955 geborene Dominique Visse schon zu den Veteranen. Bereits Mitte der 1970er-Jahre machte er als Solist in der Alte-Musik-Szene auf sich aufmerksam, 1978 gründete er das Ensemble Clément Janequin, das sich auf Musik der Renaissance spezialisierte und immer noch existiert. Auch auf der Opernbühne konnte Visse sich früh etablieren, vor allem schräge Typen und ­bizarre Charaktere der Barockoper fanden in ihm einen idealen Sängerdarsteller.

Zur Alten trat immer wieder auch die Neue Musik, aber auch das Ausloten von Grenzbereichen zwischen den Genres und Stilen interessiert den Sänger seit je.

Auf seinem jüngsten Album demonstriert Visse, der jung gebliebe­ne Rocker und Komödiant unter den Countertenören, erneut seine Vielseitigkeit. «Tunes of sad despaire» ist der Musik John Dowlands gewidmet, und die Auswahl der Stücke löst ein, was der Titel verspricht: Es sind überwiegend Stücke von jener für die englische Musik um 1600 so typischen Melancholie, eine überaus gelungene Auswahl aus dem Gesamtschaffen Dowlands. Die Abfolge der Stücke folgt der Dramaturgie, die auch einen guten Konzertabend auszeichnet: Bei aller Dominanz des ...

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Opernwelt Juni 2013
Rubrik: CD des Monats, Seite 27
von Thomas Seedorf

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