Mitleid muss man haben
Der Mensch ist zum Unglücklichsein verdammt in seinem Streben nach Glück. Er sucht nach Wahrheit und findet: nichts. Er sehnt sich nach Erfüllung und landet im: Nichts. Finster ist die Handlung von Ingvar Lidholms Oper «Ein Traumspiel», noch finsterer als seine literarische Vorlage, August Strindbergs gleichnamiges Drama.
Doch er hat eine Botschaft, dieser Premierenabend im Deutschen Nationaltheater Weimar. Die wird klar ausgesprochen (manchmal fast zu klar): Mitleid muss man dem Menschen entgegenbringen.
Das zumindest ist das Fazit, das Agnes, die Tochter des Gottes Indra, aus ihrem Versuch zieht, das menschliche Elend in einem Selbstversuch als irdisches Wesen zu ergründen.
In eine gleichermaßen merkwürdige und bemerkenswerte Form goss Lidholm das Konversationsdrama – die episodenhafte Handlung wirkt über weite Strecken verworren, die musikalische Ideenwelt weitgehend im Avantgardedenken der 70er-Jahre verwurzelt. Das weckt manche Penderecki-Assoziation, hat aber doch etwas Eigenes: einen schlichten, fast volkstümlichen Zug.
Nun brechen in Weimar Regisseur und Bühnenbildner Christian Sedelmayer und Kostümbildnerin Caroline von Voss die düstere Aussage mit einer comic-haften ...
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Opernwelt Juni 2013
Rubrik: Panorama, Seite 53
von Tatjana Böhme-Mehner
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