Bella Figura
Drei Trompeten, eine Pauke, Musikhäppchen, die man unter «festlicher Barock» verbuchen könnte und die vor allem von asiatischen Gästen auf Smartphones gebannt werden. Dazu der Blick hinauf zur Nordkette oder hinüber zur Hofburg. Gegen diese stimmungsvoll eingebetteten, charmanten Innsbrucker Pausenzeichen kommt Bayreuth nicht an. Das Gepränge passt zum 40. Geburtstag des alpinen Festivals in diesem Jahr. Die Programmwahl, so möchte man meinen, weniger. Statt Staatstragendem gibt es eine Petitesse.
Wobei auch Domenico Cimarosas «Il matrimonio segreto», da ist dem künstlerischen Leiter schwer zu widersprechen, Injektionen aus der historischen Aufführungspraxis verträgt.
Alessandro De Marchi hat, das ist das Ergebnis dieser Festwochen der Alten Musik, Tritt gefasst in Innsbruck. Nicht nur, weil er die neue Oberhoheit des Tiroler Landestheaters in Kauf genommen und seinen Vertrag bis 2021 verlängert hat, auch musikalisch glücken die Premieren mittlerweile. Nach der grandiosen Wiederentdeckung von Porporas «Il Germanico» im Vorjahr macht De Marchi auch bei Cimarosa bella figura. Seine freundlich-kollegiale Musizierweise mag bei Dramatischerem manches offen lassen, hier passt sie. ...
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Opernwelt November 2016
Rubrik: Panorama, Seite 51
von Markus Thiel
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