Heikle Beziehungen

Händel-Premieren bei den Festspielen in Halle und Göttingen sowie in Budapest und Stuttgart

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Zum großen Gedenkjubiläum haben die Hallenser dem berühmtesten Sohn ihrer Stadt auf dem Marktplatz ein paar Matten Fertigrasen spendiert. Kunstdüngergrün schimmert es um den Marmorsockel des gut drei Meter hohen Bronze-Händel. Seit 150 Jahren blickt der Meister nun schon von dort oben durch die Türme der Marienkirche in die Ferne. Ein majestätischer Kopf schaut unter der Allongeperücke hervor; ein hellwacher Geist, der vor Ideen sprühte, der mehrere Sprachen beherrschte und keine Mühe hatte, die Mächtigen seiner Zeit für sich einzunehmen.

Ein Mann von Welt, der die intellektuelle und sinnliche Vitalität des urbanen Lebens schätzte. Kein Wunder, dass so einer (als 18-Jähriger) die erstbeste Gelegenheit nutzte, um die Enge seiner protestantisch-provinziellen Heimat hinter sich zu lassen.
Zweieinhalb Jahrhunderte nach dem Tod des Komponisten ist diese Einsicht das Leitmotiv der neuen Dauerausstellung, die unlängst in dem für 2,1 Millionen Euro sanierten Händel-Haus an der Nikolaistraße eröffnet wurde. Die auf 14 Räume verteilten rund 160 Gemälde, Stiche und Dokumente (darunter Originalpartituren aus der British Library) rücken bewusst den «Europäer» Händel ins Blickfeld – seine in ...

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Opernwelt Juli 2009
Rubrik: Im Focus, Seite 16
von Albrecht Thiemann

Vergriffen
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