Einer von acht
Am Ende stehen die Gewinner im Licht und die Verlierer im Schatten. Wie bei jedem Wettbewerb geht auch an Bord der MS Europa, beim ersten Sängerstreit auf hoher See, nicht alles allezeit spiegelglatt und gerecht zu, während Kapitän Jan Ackermann alle sicher von Venedig nach Barcelona schippert. Geschmacksfragen, Vorlieben funken wie immer dazwischen, ob sich eine Jury nun achtzig Kandidaten anhören muss oder nur acht wie in diesem Fall. Aber am Schluss, als die Preise vergeben sind bei der ersten «Stella Maris International Vocal Competition», geschieht etwas Außergewöhnliches.
Plötzlich singen Gewinner und Verlierer zusammen das Finale aus der «Fledermaus», schunkeln und prosten einander zu, und das strahlendste Solo übernimmt der größte Pechvogel, die Sopranistin Nadja Mchantaf aus Dresden, die sich gleich in der ersten Runde bei Puccinis «Musette»-Arie um einen Spitzenton versungen hatte und danach wegen Seekrankheit oder Halsentzündung ausgestiegen war. Und über allem schwebt, trompetenstark, die Stimme des Jury-Vorsitzenden, er wirft beim letzten «Duidu lala» triumphierend die Notenblätter ins Publikum wie ein Prinz Karneval das Konfetti.
Ein Dankeschön: Die First-Class-Gäste, ...
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