Solide Festspielkost
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Auf Fotos und Zeichnungen wirkt Leos Janáceks Haarschopf, als sei er mit Starkstrom frisiert, und auch die Partitur von «Katja Kabanova» hat etwas Widerborstiges. In Kirill Petrenkos Partiturauslegung im Theater an der Wien freilich drängt das Grelle, Brutale nur in Ausnahmefällen aus dem Orchestergraben; man erlebt vielmehr ein differenziertes Spiel mit den...
Eigentlich war es wie immer, wenn Johann Kresnik Oper inszeniert. Gerüchte über ein mögliches Skandalon, die im Vorfeld durchsickerten, geisterten als anrüchiges Gespenst durch die Lokalmedien, entpuppten sich dann aber, nüchtern betrachtet, doch nur als Gratisreklame. Auch in Erfurt kamen weder der Griff in die amerikakritische Klischeekiste noch die Verlegung...
Das letzte Bild ist das berührendste. Allein mit seinem Sohn sitzt Godunow im weißen Nachthemd auf der leeren Bühne. Sein auf der Stufenpyramide abgelegter Goldmantel rahmt die Szene ein wie eine Ikone, sein golden gefärbtes Gesicht ist erstarrt: ein gebrochener Mann. Matti Salminen gestaltet Boris’ finalen Monolog mit existenziellem Ausdruck. Auch in den...
