Biedere Anzüglichkeit

Bonn, Adès: Powder her Face

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Ob dieses Stück seit seiner Uraufführung 1995 wirklich bereits fünfzig Neuinszenierungen erlebt hat, wie gesagt wird? Denkbar wäre es schon. «Powder her Face» hat alles, was eine neue Oper braucht, um in die Stadttheater zu drängen. Einen schnellen, nachvollziehbaren Plot, etwas Humor, etwas Tragödie, etwas Wahrheit, brillante Gesangspartien, wenig Irritationen und für die Regie die Chance zu ein paar Anzüglichkeiten, inklusive zweier auskomponierter Koitusse.


Verlockt hat das nun auch die Bonner Oper, die sich mit ihrer verdienten Reihe «bonn chance» längst mit dem Rücken an der Wand sieht: Die drastischen Budgetkürzungen, die kamen und noch kommen, drücken in die Defensive. Während man im Großen Haus das altbekannte Kernrepertoire unter Besitzstandswahrung nimmt, darf das wenige, das außerhalb überhaupt noch produziert werden kann, partout nicht mehr floppen. Für eine Reihe, die sich das «experimentelle Musik­theater» auf die Fahnen geschrieben hat, eine denkbar schlechte und die Idee vom «Experiment» schlichtweg sabotierende Lage.
«Powder her Face» also hält die Spielregeln ein, und Bonn gewinnt – am Premierenabend zumindest – den Bei­fall des Publikums. Worum geht's? Der ...

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Opernwelt Mai 2007
Rubrik: Panorama, Seite 51
von Raoul Mörchen

Vergriffen
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