Rostock macht Theater klein
Sie haben alles versucht. Noch im November vergangenen Jahres mit einem enthusiastisch aufgenommenen «Don Giovanni» gezeigt, was die Opernsparte des Volkstheaters Rostock draufhat. Und jüngst – passend zur Krise – mit «Mahagonny» nachgelegt. Es hat nicht geholfen. Ende Februar stimmte eine knappe Mehrheit der Rostocker Stadtverordneten für eine sogenannte «2+2-Struktur»: Schauspiel und Orchester sollen erhalten bleiben, die Tanzkompanie aufgelöst und Oper aus Schwerin zugeliefert werden.
Auch wenn es zunächst keine betriebsbedingten Kündigungen geben soll, läuft der Beschluss auf das Ende des Vierspartenbetriebs hinaus. Der Rostocker Intendant Sewan Latchinian kann künftig nur noch Sprechtheater und Konzerte in Eigenregie produzieren. Damit hat sich Mecklenburg-Vorpommerns Kulturminister Mathias Brodkorb (SPD) durchgesetzt, der seit Langem auf Spartenschließungen in der Hafenstadt drängte. Das dringend benötigte neue Haus dürfte nun in noch weitere Ferne gerückt sein.
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Opernwelt April 2015
Rubrik: Magazin, Seite 70
von Albrecht Thiemann
Seit sechs Jahrzehnten gibt es für die Hauptwerke der französischen Oper des 19. Jahrhunderts keine rein muttersprachlichen Ensembles mehr, stellt Jürgen Kesting im Booklet zu Piotr Beczalas «The French Collection» fest. Wo aber «nurmehr eine Versammlung polyglotter Sänger» Gounod, Massenet und Bizet interpretiere, beklagt der Stimmspezialist, gingen «die Merkmale...
Es war ein milder Spätssommertag, dieser 9. September. Wir saßen in einem Straßencafé an der Place de la Bastille. Skateboard-Fahrer knallten gegen die Betontrassen der Opéra, es roch nach Verkehr und süßen Crêpes. Dass Gerhard Rohde Geburtstag hatte, kam eigentlich nur heraus, weil Charlotte Oswald, seine Lebensgefährtin, es ansprach. Er selbst machte nie...
Glucks Reformopern begegnet man mit Respekt, aber die Bühne tut sich schwer mit ihnen. Auch wenn sie längst nicht mehr auf «edle Einfalt» und «stille Größe» getrimmt werden, schreckt ihre «verteufelte Humanität» noch immer ab. Dieser Einschüchterung sind im Gluck-Jahr 2014 nur zwei Inszenierungen – Romeo Castelluccis Wiener «Orfeo» und die «Paride ed Elena» des...
