Obstsalat
Es geht auch anders, doch so geht es auch»: Ans Freudenhaus denkt Macheath bei dieser Zeile in Brecht/Weills «Dreigroschenoper». Nicht, dass ein solches im Linzer «Siegfried» vorkommen würde. Doch versteht man das französische Wort bordel in seiner umgangssprachlichen Bedeutung als «Durcheinander», passt das Zitat durchaus zu Uwe Eric Laufenbergs Produktion. So, wie der Regisseur und sein Bühnenbildner Gisbert Jäkel das Scherzo der «Ring»-Tetralogie aufziehen, geht es auch. Irgendwie.
Freilich, die wirklich gelungenen szenischen Konstellationen sind rar; im Versuch, traditionelle Theaterbilder und die Welt der neuen Medien zu verbinden, läuft allzu vieles durcheinander. Wobei manche Einfälle auch an frühere «Ring»-Exegesen von Chéreau bis La Fura dels Baus denken lassen.
Nach dem Wolkenkratzer-Panorama am Ende der «Walküre» hätte man nun eine Verortung des Geschehens in, sagen wir: Las Vegas erwartet. Doch Mime scheint Jung-Siegfried in eine brasilianische Favela verschleppt zu haben. Arm oder nicht, ein Computer ist natürlich im Haus, und Siegfried schmiedet das Schwert nach Anleitung aus dem Internet (Video: Falko Sternberg), aber doch auch auf altbackene Weise, und spaltet ...
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Opernwelt Januar 2015
Rubrik: Panorama, Seite 42
von Gerhard Persché
ML = Musikalische Leitung
I = Inszenierung
B = Bühnenbild
K = Kostüme
C = Chor
S = Solisten
P = Premiere
AP = A-Premiere
BP = B-Premiere
UA = Uraufführung
WA = Wiederaufnahme
Deutschland
Aachen
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– Brokeback Mountain: 4., 11., 14., 22.
– West Side Story: 16., 18. (Aachen), 25. (Limburg)
– Luisa Miller: 24.
Alt...
Er hatte wohl recht, jener Kritiker der halboffiziellen «Gazzetta privilegiata di Venezia», als er Verdis «Simon Boccanegra» nach dem Uraufführungsfiasko im März 1857 «eine vielleicht zu gewaltige, zu ernste Musik» bescheinigte und diagnostizierte, «eine Grabesstimmung» beherrsche die Partitur. Tatsächlich hatte Francesco Maria Piave, der Librettist der Urfassung,...
Zwei Extremisten am Werk, lustvoll hier, qualvoll dort. War es dasselbe Stück, Mozarts Oper aller Opern? In Berlin tobt Slapstick über die Bühne, in Brüssel überrollt ein Sexualalptraum das Publikum. Rabiat entgrenzt beide Versionen – Lichtjahre entfernt von jeder einfühlenden Aufführungstradition. Felsenstein, Konwitschny, Sellars, Chéreau, Brook – weggeschoben....
