Das große Versteckspiel

Die Verhandlungen über das Freihandelsabkommen TTIP sind zu einem Reizthema geworden. Steht die öffentliche Kulturförderung und damit die Theater- und Opernlandschaft Europas auf dem Spiel?

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Demos, Kundgebungen, Aktionstage, Diskussionen: Der Unmut über das Freihandelsabkommen TTIP ist groß. Es ist ein Protest ins Ungewisse: Er richtet sich gegen etwas, von dem niemand genau weiß, was es sein wird. Sicher ist bloß, dass TTIP kommen wird. Für die Wirtschaft ist die Angleichung der europäischen und amerikanischen Märkte gewiss ein Gewinn, für die subventionierte Opern- und Orchesterlandschaft womöglich eine existenzielle Bedrohung. Sie muss mit klaren Regelungen ausgenommen werden. Und das ist leider leichter gesagt als getan.

Denn die Grenzen zwischen Handelsware und Kulturgut sind kaum scharf zu ziehen. Versuch einer Inventur

 

Das Thema ist zäh und farblos, darum hat Jörg Haas den Teufel schon mal an die Wand gemalt. Der Hamburger Senat werde die Zuschüsse für das Schauspielhaus, das Thalia Theater und eine Reihe kleinerer Bühnen um die Hälfte kürzen, schreibt er in der «Hamburger Zukunftspost», sein Beitrag dreht sich um Hamburg im Jahr 2021. Fast alle Theater stünden vor der Schließung. Haas ist Sprecher des politischen Kampagnennetzwerks Campact. Sein Bericht ist nicht mehr als eine Schreckensvision, jedenfalls im Moment. Das erfundene Szenario geht so: Der ...

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Opernwelt Jahrbuch 2015
Rubrik: TTIP, Seite 98
von Florian Zinnecker

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Spielarten des Grotesken

Für ihre komische Oper «Esame di mezzanotte» entwarf Lucia Ronchetti eine mit Zitaten von Janequin bis Verdi gespickte, dramatisch wirkmächtige Partitur voll musikalischen Humors: Die auf Ermanno Cavazzonis Roman «Mitternachtsabitur» beruhende Groteske, in Auftrag gegeben vom Nationaltheater Mannheim, ist «Uraufführung des Jahres». Auch Beat Furrer schaut mit...

Bodenständig, aber ständig unterwegs

Aufmerksame «Opernwelt»-Leser werden sich erinnern: Das Nationaltheater Mannheim hat in der Kritikerumfrage nach dem «Opernhaus des Jahres» 2013 einen starken zweiten Platz belegt, Mieczyslaw Weinbergs Dostojewski-Oper «Der Idiot» teilte sich damals in der Rubrik «Uraufführung des Jahres» den ersten Platz mit George Benjamins «Written on Skin». Und im vergangenen...