Hoffentlich nicht zum letzten Mal...
Das auch im Denglischen gern benutzte Modewort «Package» steht im Operngeschäft für die Gesamtausstrahlung eines Sängers: Stimmtechnik, Timbre sowie Persönlichkeit und die Fähigkeit, sich zu «verkaufen». Wobei die beiden letzteren Eigenschaften gern verwechselt werden. Und es sind auch vor allem diese beiden, die häufig bei der Beurteilung von Sängern in den Vordergrund rücken.
In diesem Sinne sind wohl auch einige Bewertungen beim diesjährigen Belvedere-Gesangswettbewerb zu verstehen.
Etwa bei Hlengiwe Mkhwanazi, einer 28-jährigen Sopranistin aus der südafrikanischen Volksgruppe der Zulu mit professioneller Erfahrung an der Oper Kapstadts. Dank ihrer überrumpelnden Ausstrahlung, ihres stupenden Materials und engagierten, energischen Auftretens (mit Konstanzes «Martern aller Arten») räumte sie die meisten Preise ab – den Publikums- und Medienpreis sowie den zweiten Gesamtrang. Ein Rohdiamant, der freilich noch einiges an gesangstechnischem Feinschliff bräuchte.
Den ersten Preis der Intendantenjury erhielt der 22-jährige Südkoreaner Beomjin Kim, ein Tenor mit attraktivem, silbrigem Timbre, der eher intuitiv zu singen als sich um Zukunftssicherung durch belastbare Technik zu ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Opernwelt September/Oktober 2012
Rubrik: Magazin, Seite 95
von Gerhard Persché
Die «Elektra»-Musik ist die modernste und kühnste, die Richard Strauss je komponiert hat. Kreischende Dissonanzen, schlingernde Polytonalität. Das Orchester fährt pausenlos Achterbahn, wenn es alle Herausforderungen meistert. Zu den während der letzten beiden Jahrzehnte produzierten CD-Einspielungen zählen die von Daniel Barenboim (1994), Giuseppe Sinopoli (1995)...
In den Medien gelte Kärnten nunmehr als «Land der Gauner und der Narren», klagte dieser Tage ein in die Politik gewechselter Journalist in einer renommierten Wiener Tageszeitung. Er spielte damit nicht nur auf die alljährlich vor allem die Stammtische erheiternde Fernsehübertragung des «Villacher Fasching» an, eine Art alpenländisches «Mainz, wie es singt und...
In den meisten Bühnenwerken Massenets geht es um Sinnlichkeit, Erotik, Begierde und außerehelichen Sex in allen nur erdenklichen Spielformen – und ausgerechnet zum Centenaire sind zwei DVD-Mitschnitte seiner «keuschesten» Opern herausgekommen: «Cendrillon» und «Don Quichotte» (siehe OW 06/2012), die sehr liebliche Aschenputtel-Version von 1899 und das traurige Ende...
