Banalitäten und Genialitäten
Wenn er daherkäme wie Hans Pfitzners Palestrina in der Inszenierung von Nikolaus Lehnhoff 1999, niemand könnte ihm böse sein: der Intendant als resignierter Romantiker im öffentlich-kommunalen Musikbetrieb. Zehn Jahre ist Tobias Richter nun in Düsseldorf, und schon die Bedingungen zu seiner Amtsübernahme waren keineswegs dazu angetan, ihn zum Strahlemann der Deutschen Oper am Rhein werden zu lassen.
Bereits sein Vorgänger Kurt Horres musste sich mit der unliebsamen Wirklichkeit des Sparzwangs auseinandersetzen, und so übernahm Richter, ehemaliger Generalintendant in Bremen, ein Doppel-Haus, um dessen Attraktivität es nicht zum Besten zu stehen schien. Die Zahl der Abonnements-Reihen war geschrumpft, ebenso die Zahl der Neuproduktionen, während die Abo-Preise kontinuierlich in die Höhe kletterten.
Dass es Richter dennoch gelungen ist, bis heute den Betrieb eines herkömmlichen Repertoiretheaters aufrechtzuerhalten, muss man ihm uneingeschränkt zugute halten. Ebenso, dass er ein Sängerensemble gefunden und geformt hat, das selbst wenn die Regie am Pranger stand, eine Produktion zu retten vermochte. Da ist beispielsweise eine Marta Marquez, die ohne jedwede Primadonnenallüren ...
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