Larifari-Herrscher
Auch informierte Historiker hätten wohl nicht mit dem Interesse gerechnet, das der Ausbruch des Ersten Weltkriegs vor hundert Jahren in Deutschland – wo das mahnende Gedenken an den Zweiten eine viel größere Rolle spielt – bei Medien und Publikum auslöste: Die alten und neuen Bücher zum Thema stapeln sich, Fernsehreihen, Ausstellungen, ja selbst Comics pointieren die radikalen sozialen und künstlerischen Umwälzungen, die der Krieg mit sich brachte.
Nur das Musiktheater steht außen vor – sieht man ab von Nebenwerken wie Walter Kollos Scharfmacher-Operette «Immer feste druff!» oder den Einakter «Christnacht 1914» vom ältlichen Engelbert Humperdinck. Doch wofür wurde die interpretierende Regie erfunden, wenn nicht für die Anpassung des Repertoires an aktuelle Befindlichkeiten – oder an Termine.
In Kassel hat Michael Schulz Strauss’ «Frau ohne Schatten» mit rigoroser Konsequenz als Weltkriegsdrama (bis hin zum rauchenden Gasangriff) inszeniert, wobei er immerhin auf die Entstehungszeit der Oper verweisen konnte. Diese historische Brücke verfängt im Falle von Giuseppe Verdis «Ballo in maschera» natürlich nicht. Und so waren die Parallelen, die die Regisseurin Katharina Thoma am ...
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Opernwelt November 2014
Rubrik: Panorama, Seite 49
von Michael Struck-Schloen
Die elsässische Opéra national du Rhin bemüht sich regelmäßig um Ur- und Erstaufführungen – und eröffnete die neue Spielzeit mit Régis Campo (Jahrgang 1968) und seiner Novität «Quai ouest». Als Koproduzent ist das Staatstheater Nürnberg mit im Boot. Dort ist Campo in dieser Spielzeit auch composer in residence. Der Nürnberger GMD Marcus Bosch steuerte bei der...
ARD-ALPHA
2.11. – 20.15 Uhr
Im Schatten des Sängers?
Porträt des Klavierbegleiters Helmut Deutsch.
9.11. – 11.00 Uhr (1)
16.11. – 11.00 Uhr (2)
16.11. – 20.15 Uhr (3)
23.11. – 11.00 Uhr (4)
30.11. – 11.00 Uhr (5)
Mariss Jansons dirigiert
1. Schostakowitsch: Symphonie Nr. 10 e-moll, op. 93. 2. Berg und Bruckner. Solist: Gil Shaham, Violine. 3. Brahms: Ein deutsches Requiem....
Der Menschenstrom schiebt sich voran, drückt sich durch die Durchfahrt auf das Parkdeck der Deutschen Oper. Flutet wieder auseinander, verteilt sich auf den kargen Holzbänken. Links im Halbdunkel die Rückwand des Verwaltungstrakts, der Bühnenturm, rechts gähnen höhlengleich leere Stellplätze. Vorn das Kulissenmagazin mit den riesigen Stahltoren. Ein breiter Gang,...
