Dramatische Energie
Karajan gründete einst die Salzburger Osterfestspiele, um hier sein eigenes Bayreuth zu etablieren: Der «Ring» war die erste Tat. Zur Konkurrenz für den Grünen Hügel avancierte sein Wagner-Unternehmen gleichwohl nicht. Eher könnte man jetzt den Grünen Hügel im tirolerischen Erl zwar nicht zur existenziellen, aber doch zur atmosphärischen Konkurrenz erheben. Auf einer Anhöhe liegt das Festspielhaus, das weiße Passionsspielhaus, Natur rundherum. Spärliche Bühnentechnik wird durch Fantasie ersetzt.
Dirigent Gustav Kuhn verwirklicht hier sein eigenes Klein-Bayreuth, das so klein wiederum nicht ist: Wer, wie im Vorjahr, den «Ring des Nibelungen» in einem Vorabend («Rheingold») und dann in einem Vierundzwanzigstundenrutsch bewältigt, muss schon hochprofessionell agieren. Das Ergebnis konnte sich sehen und vor allem hören lassen. Und das Erler Wagner-Publikum genoss die Parforce-Tour mit großer Begeisterung.
In diesem Sommer also «Tristan und Isolde» und der «Parsifal». In beiden Fällen der vertraute Anblick: Auf der Mini-Bühne des Passionsspielhauses dominiert wieder auf hochgestuften Podien optisch das Festspielorchester, ein schönes Bild hinter transparenten Schleiern. Den Stamm des ...
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Wenn der ewig neugierige Nikolaus Harnoncourt und der ungewöhnlich rasch in die Spitze aufgestiegene Regisseur Claus Guth sich eines Werkes annehmen, darf man alles erwarten, nur keine Routineaufführung. Die Herausforderung wächst umso mehr, je repräsentativer der Ort der Präsentation ist, und welcher Ort wäre für Mozart angemessener als Salzburg mit seinen...
Windsor ist überall. Jedenfalls als Soap. Als symbolischer Ort, wo sich selbst Royals in den Fallstricken des ganz normalen Alltagswahnsinns verheddern können. Wo hinter jeder Mauer Affären, Intrigen, Lug und Trug lauern. Wo das Leben, zumal das Liebesleben, unentwegt am Rande des Nervenzusammenbruchs entlangschrammt.
In diesem Sommer konnte man Windsor auch im Harz...
Da ist dem britischen Label Testament ein wirklicher Coup geglückt: die Weltpremiere einer mehr als fünfzig Jahre alten «Ring»-Produktion von den Bayreuther Festspielen, die damals von der Firma Decca in Stereoton aufgenommen, aber niemals veröffentlicht wurde. Die Gründe dafür werden im Booklet angesprochen und doch nicht restlos aufgeklärt. Tatsache ist, dass...
