Erlöser gesucht
Die Zuversicht des Komponisten, vor ein paar Jahren im Gespräch geäußert (OW 6/2005), hat sich längst in eine große Frage verwandelt, zumal nach dem Tod Karlheinz Stockhausens am 5. Dezember 2007. Wo wäre der «Abenteurergeist» zu finden, der sein Musiktheater «Licht» in die Realität befördert? Da harrt ein Bühnenwerk seiner szenischen «Erlösung», das voluminöser ist als Wagners «Ring des Nibelungen», das bisher größte Projekt der Operngeschichte. «Licht», Stockhausens mythischer Monumentalentwurf in sieben Teilen, entstand von 1977 an, über fast drei Jahrzehnte hinweg.
Und über die Gründe der Zurückhaltung der Bühnen lässt sich spekulieren.
Es gab tatsächlich Opernhäuser, denen man die «außergewöhnlichen Anstrengungen» zugetraut hätte, die wenigstens Teile aus «Licht» hätten aufführen können oder müssen: so die Frankfurter Oper in der Ära Michael Gielen und die Hamburger Oper Peter Ruzickas, die Deutsche Oper Berlin des Götz Friedrich und die Brüsseler Oper Gerard Mortiers. Oder doch eher die Komische Oper des Regisseurs Harry Kupfer? Aber eigentlich hätte Klaus Zehelein das «Licht»-Spiel an seiner Stuttgarter Staatsoper aus der Taufe heben müssen, als Risiko und letzte ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Mozarts «Entführung» 1:1 auf die Bühne zu bringen, verbietet sich heute fast von selbst. Das Konfliktpotenzial dieses vermeintlichen «Singspiels» gilt es zu schärfen, sei es durch ironisch-theatralische Doppelung der Sänger (Hans Neuenfels in Stuttgart), die Einführung einer modernen türkischen Erzählerin (Martin Duncan in München) oder Überhöhung zur virtuosen,...
Kurz vor den Festtagen gab es eine große Eruption in und um Köln. Es sollen, so heißt es, Steine der Erleichterung gewesen sein, die die Kulturschaffenden der Stadt im Rhein versenkt haben. Die Kölner Oper hatte endlich einen neuen Intendanten beschert bekommen. Es ist – ein Kölner.
Was elegant im Ruckzuckverfahren erledigt werden sollte, entpuppte sich über...
Frau Banse, die Wärme und Innigkeit Ihres Soprans erinnern an Vorgängerinnen wie Irmgard Seefried oder Sena Jurinac: an Sängerinnen von einst. Gehört Ihre Stimme einem aussterbenden Typus an?
Das glaube ich nicht. Aber die Art, wie bestimmte Partien zeitweise eher schwer und dann wieder sehr lyrisch besetzt werden, erweckt vielleicht diesen Eindruck. Jede...
