Lachen, Sorgen, Zagen

An der Oper Frankfurt entdecken David Alden und Henrik Nánási Rossinis selten gespielte «Gazza ladra»

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Verantwortungslose Heiterkeit, die in diesem Wirrsal ein Bild unserer realen Verkehrtheiten ahnen lässt», ist nach Karl Kraus’ tref­fender Formulierung Sinn und Zweck der Operette. Von dieser lösenden Wirkung erfüllt ist auch der märchenhafte Schluss von Gioacchino Rossinis Oper «La gazza ladra», wenn nach dreieinhalb Stunden das Justizdrama um das unschuldig zum Tode verurteilte Dienstmädchen Ninetta glücklich endet. Denn nicht sie, wie sich in letzter Sekunde herausstellt, hat den silbernen Löffel ihrer Herrschaft gestohlen, sondern die sprichwörtliche «diebische Elster».

Rossinis Semiseria, die das Buffoneske empfindsam vertieft und den Ernst im Rausch der Crescendo-Walze bis zur Frenesie überdreht, ist ein musikalisches Meisterwerk, von dem man zwar die populäre Ouvertüre kennt, das aber hierzulande kaum je auf die Bühne kommt. Frankfurt hat es, wie so oft schon in ähnlichen Fällen, gewagt und auf der ganzen Linie gewonnen!

Regisseur David Alden und sein Bühnenbildner Charles Edwards haben der Tragikomödie ­einen strengen Rahmen verpasst – ein Bühnenhalbrund mit zahlreichen Türen –, der im zeitlos ländlichen Ambiente des beginnenden 20. Jahrhunderts die sozialen Spannungen von ...

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Opernwelt Mai 2014
Rubrik: Im Focus, Seite 12
von Uwe Schweikert

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